Gänsehaut: 23 Emotionen, die wir fühlen aber nicht beschreiben können

Die Angst, nicht mehr fähig zu sein, sich zu verändern. Wer kennt das bedrückende Gefühl nicht? Doch ein Wort, mit dem man es beschreiben konnte, gab es lange nicht. John Koenig hat eines gefunden: Alazia

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Homepage21.04.2017 | 11:47 kath(miss)

Es gibt kein Wort, für den unbändigen Wunsch, zu verschwinden, oder für das Gefühl der Sehnsucht nach einer Zeit, die man niemals kannte. Wie beschreibt man das Gefühl, nicht an einen gewissen Ort zu gehören? Obwohl sich die Sprache ständig ändert und weiterentwickelt, stoßen wir gerade wenn es darum geht, intensive, besonders spezielle Gefühle zu beschreiben, an unsere Grenzen. Filmemacher John Koenig wollte das ändern - und all die sprachlichen Lücken für seltsame Emotionen füllen. In seinem "Dictionary of Obscure Sorrows" sammelt er seine neuen Begriffe, die all die Gefühle beschreiben, die viele kennen, jedoch bis jetzt nicht präzise beschreiben konnten - und bereitet einige in Kurzvideos auf. Einige davon erklären wir hier:

1. Sonder: Die Erkenntnis, dass jeder andere Mensch ebenfalls ein lebendiges und komplexes Leben hat, so wie man selbst.

 

2. Opia: Die intensive Wahrnehmung, sich gleichzeitig eindringlich und verletzend zu fühlen, wenn man jemandem in die Augen schaut.

3. Monachopsis: Das subtile Gefühl, irgendwo fehl am Platz zu sein, das auch nicht mehr verschwindet.

4. Énouement: Das schöne und zugleich bittere Gefühl, in der Zukunft mit all ihren Entwicklungen angekommen zu sein, doch es seinem vergangenen Ich nicht erzählen zu können.

5. Vellichor: Die seltsame Wehmut, die in alten Buchläden herrscht.

6. Rubatosis: Das beunruhigende Bewusstsein des eigenen Herzschlags.

7. Kenopsia: Die gruselige Stimmung an einem Ort, der menschenleer ist, jedoch normalerweise von Menschen überfüllt ist.

8. Mauerbauertraurigkeit: Der nicht rational erklärbare Drang, jemanden fortzustoßen, den man wirklich mag. Sogar enge Freunde.

9. Jouska: Ein hypothetisches Gespräch, das man zwanghaft im Kopf durchspielt.

10. Chrysalism: Das seltsame Gefühl, sich bei Gewitter zuhause wie in einer Fruchtblase eingeschlossen zu fühlen.

11. Vemödalen: Das frustrierende Gefühl, etwas unglaublich tolles zu fotografieren und gleichzeitig zu wissen, dass schon tausende andere Bilder mit dem gleichen Motiv existieren.

12. Anecdoche: Ein Gespräch, in dem alle sprechen und niemand wirklich zuhört.

13. Ellipsism: Das bittere Gefühl nicht zu wissen, wie die Geschichte weitergeht.

14. Kuebiko: Ein Zustand, in dem man völlig fertig und ausgelaugt ist, weil man extreme Gewaltakte beobachtet hat.

15. Lachesism: Das seltsame Verlangen, eine schreckliche Katastrophe überleben zu wollen.

16. Exulansis: Die Tendenz aufzugeben, anderen über eine Erfahrung zu berichten, weil sie einfach keinen Bezug dazu finden.

17. Adronitis: Der Frust darüber, wie lange es dauert, jemanden kennenzulernen.

18. Rückkehrunruhe: Das Gefühl, nach einer Reise heimzukommen und festzustellen, wie schnell die Erinnerung aus dem Bewusstsein verschwindet.

19. Nodus Tollens: Die Erkenntnis, dass der "Plot" deines Lebens keinen Sinn mehr ergibt.

20. Onism: Die Frustration darüber, in einem einzelnen Körper gefangen zu sein, der nur auf einen Ort sein kann. 

21. Liberosis: Der Wunsch, sich für weniger Dinge zu interessieren.

22. Altschmerz: Die Genervtheit von den selben alten Problemen, die man immer schon hatte.

23. Occhiolism: Das Bewusstsein darüber, wie klein die eigene Perspektive doch ist.

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