Reden wir drüber: Unangenehme Beautyprobleme und wie du sie los wirst

Pickelchen auf den Oberarmen, eingewachsene Zehennägel und große Poren - über manche Beautyprobleme wird einfach nicht gerne geredet. Damit du trotzdem weißt, was zu tun ist, haben wir Experten um Rat gefragt!

  • Bild: Shutterstock
  • Senden
  • Drucken

Beauty06.10.2017 | 13:10 saga(miss)

Kleine "Pickelchen" auf den Oberarmen

Haut-Experte Dr. Markus Dawid: Dabei handelt es sich vermutlich nicht um Pickelchen im herkömmlichen Sinn, sondern um eine Keratosis pilaris. Das ist eine angeborene Verhornungsstörung der Haarfollikel. Unsere Haut erneuert sich alle vier Wochen von oben bis unten. Ihre Hornhautzellen beim Haarfollikelausgang fallen nicht ab, sondern bleiben länger haften. Kommen Bakterien hinzu, kann es sein, dass sich der eine oder andere Pustel bildet.

Wichtig: Das ist angeboren und harmlos und es gibt keine spezielle Salbe dagegen. Solange man pflegt und reichlich exfoliert, wird man einen guten Effekt haben. Gut sind auch ein Duschgel mit Peelinggranulat, ein Luffa-Handschuh, Gesichtsbürsten mit Aufsatz für den Körper und Cremen mit Urea. Was auch funktioniert, ist Fruchtsäure. In extremen Fällen kann der Arzt auch etwas mit Vitamin A mischen. Das A und O ist die tägliche Pflege, die vernach-lässigt man mal ganz gerne.

Dehnungsstreifen

Haut-Experte Dr. Markus Dawid: Das fällt leider in die Kategorie „geht nicht einfach so weg“. Dehnungsstreifen sind eine Bindegewebsschwäche, wo Narbengewebe entstanden ist, sprich: Das ist Granulationsgewebe. Und das kann man nicht mehr wegcremen, man kann nur versuchen, es kos-metisch schöner aussehen zu lassen. Das heißt eventuell wieder Needlingsysteme – da gibt es auch welche, die nicht so invasiv sind, für zu Hause, z. B. Dermaroller. Diverse Öle sind ganz gut, denn das Fett dehnt die Haut und regt die Regeneration an.

Wenn man wirklich etwas machen will, muss man in Richtung professionelles Needling oder Lasertherapie denken, oder zum Beispiel an eine Bindegewebs-massage. Ich hatte einige Leute, die mit einer Lipomassage Erfolge hatten. Man braucht sicher eine Kombi aus Bindegewebsmassage und einer Pflege, damit die Haut glatt wird und die Streifen nicht röten. Auch wichtig: Sonnenschutz, vor allem bei frühen Streifen, da diese leicht überpigmentieren. Dann werden diese Streifen auch noch dauerhaft dunkel.

Besenreißer

Haut-Experte Dr. Markus Dawid: Das ist eine leichte Bindegewebsschwäche und, wenn man so will, ein Rückstau von venösem Blut, der so zu einer leichten Schwellung führt. Die wahrscheinlich unsexieste Variante für Prävention und Verbesserung ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Wenn man zum Beispiel einen sitzenden Job hat, bringt es etwas, wenn man sie in der Früh anzieht. Wenn man sie dann am Nachmittag auszieht, hat man wenigstens schon mal was getan.

Wenn man die Besenreißer, die man bereits hat, loswerden will, kann man sie veröden lassen. Hier hat man erst beim Arzt ein Aufklärungsgespräch. Bei der 
Verödung wird ein Mittel initiiert und dadurch eine künstliche Venenwandentzündung hervorgerufen. Danach werden die Kompressionsstrümpfe angezogen, die diese entzündeten Gefäße aneinanderdrücken. Die verwachsen miteinander und bauen sich ab. Allerdings sollte man das nicht zu dieser Zeit im Jahr – sprich im Frühling – machen, denn ganz wichtig: Danach darf man mindestens ein bis zwei Monate nicht in die Sonne!

Eingewachsene Härchen

Kosmetik-Expertin Michaela Reyländer: Diese eingewachsenen Härchen entstehen meist nach der Haarentfernung durch Rasur, Epilieren oder Warmwachs. Meist bei Menschen mit starkem, gelocktem Haarwuchs und daher auch oft im Achsel- oder Intimbereich. Das nachwachsende Haar dringt nicht durch die Hautoberfläche, sondern lockt sich zurück oder wächst schräg darunter weiter.

Oft bilden sich kleine Pickel und im schlimmsten Fall Entzündungen mit Eiter. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Hautoberfläche vor und nach der Haarentfernung zu desinfizieren. Ebenfalls gut ist ein warmes Bad oder eine Kompresse davor, da diese die Poren öffnet und die Haare weicher macht. Regelmäßige Peelings können zudem helfen, oberflächig eingewachsene Haare zu lösen und durch Hornschüppchen verschlossene Haaröffnungen zu befreien.

So kann das nachwachsende Haar leichter heraus. Das können auch verschiedene Lotionen und Tinkturen mit Salicylsäure bewirken, die ebenfalls einen peelenden Effekt haben. Sind bereits Haare eingewachsen, kann man sie manchmal mit einer Pinzette entfernen. Aber unbedingt vorher mit 70% Alkohol desinfizieren!

Zu weiche und splitternde Fingernägel

Kosmetik-Expertin Michaela Reyländer: Oft fehlt Vitamnin B, C oder Biotin, Folsäure und Cobalamin sowie Kalzium. Gerade junge Frauen neigen oft zu Eisenmangel (erkennt man auch an eingerissenen Mundwinkeln, Blässe und Müdigkeit), der auch zu brüchigen Nägeln führt. Das kann man durch den Arzt abklären und gegebenenfalls durch Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen.

Wichtig ist eine regelmäßige, schonende Nagelpflege. Bitte die Nägel nicht schneiden, da sie dadurch einreißen oder brechen. Am besten mit einer Sandblatt- oder Glasfeile kürzen. Auch keinen acetonhaltigen Nagellackentferner verwenden, denn dieser trocknet stark aus. Sehr zu empfehlen ist ein Aufbaulack oder Nagehärter, da diese die Nägel stärken und gegen äußere Einflüsse schützen. Dabei sollte man nur Produkte ohne Formaldehyd verwenden – das trocknet aus und kann sogar zu Allergien führen.

Eingewachsene Zehennägel

 

Kosmetik-Expertin Michaela Reyländer: Eingewachsene 
Zehennägel entstehen, wenn die Nagelränder-Ecken in den seitlichen Nagelfalz wachsen. Schuld kann die erblich bedingte Nagelform sein, auch zu enge Schuhe können sich durch den entstehenden Druck negativ auswirken. Ein weiterer Auslöser kann falsches Schneiden und Kürzen sein.

Deshalb die Nägel niemals rund schneiden, sondern immer gerade kürzen und feilen. Wenn es schon Probleme gibt, sowie Schmerzen und Entzündungen, dann geht man am besten zur professionellen Fusspflege. Dort werden nach einem desinfizierenden Fussbad die eingewachsen Ecken herausgeschnitten. Der Nagelfalz wird von überschüssiger Nagelhaut befreit, gereinigt und eventuell mit einem eigenen Vlies sowie einer entzündungshemmenden Salbe unterlegt. Niemals selbst die Ecken herausschneiden! Es besteht Verletzungsgefahr, zudem können Entzündungen entstehen!

Augenringe

Haut-Experte Dr. Markus Dawid: Die Haut um die Augenpartie ist dünner, die blut­abfließenden Gefäße liegen oberflächlicher, da sie in einer geringeren Fettschicht eingepackt sind. Tastet man am Auge entlang nach unten, spürt man einen Knochen beim Augenrand.

Dieser Winkel ist bei manchen steiler als bei anderen: Dann werden die Gefäße zusätzlich nach oben gequetscht, dadurch sieht man die venösen Schatten mehr. Man kann die Partie um die Augen gut reinigen und eine Lymphdrainage machen. Auch koffeinhaltige Augencremes sind unterstützend. Um Concealer wird man aber nicht herumkommen.

Brüchiges Haar

Haar-Experte Sammy Husic: Bei brüchigem Haar ist es wichtig, das Haar so schonend wie möglich zu behandeln. Hochwertige Kämme und Naturborsten-Bürsten verhindern Oberflächenschäden. Bei der Haarwäsche sollte man auch auf schonende bzw. tensidarme Shampoos achten. Eine geringe Menge kurz am Haarboden einmassieren – das reicht vollkommen aus.

Wichtig ist, dass nach jeder Haarwäsche die Schuppen-schicht (äußere Schicht) der Haare geschlossen und das Austrocknen verhindert wird. Das lässt sich sehr gut mit Abschluss­behandlungen, zum Beispiel einem Balsam im sauren pH-Wert (pH-Wert um die 3), bewerkstelligen. Stark feuchtigkeitsspendende Produkte und ein Pflegeschnitt wirken brüchigem Haar entgegen.

Große Poren

Haut-Experte Dr. Markus Dawid: Vergrößerte Poren treten entweder während der Pubertät auf, da es hier zu einer größeren Talgproduktion kommt, oder es hängt mit dem Alter zusammen: Poren sind Haarfollikel-ausgänge und werden vom Bindegewebe gehalten. Das altert jedoch: Zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr vergrößern sich die Poren ums Zweieinhalbfache.

Grobporige Haut muss man trainieren! Das beginnt bei der Reinigung, die sollte ein bisschen Lipohydroxy­säure enthalten. Jede Reinigung, die exfolierend wirkt, ist gut, denn das regt die Zellerneuerung an. Super sind auch Gesichtsbürsten, das wirkt wie Jogging für die Pore. Für den Tag gilt: Sonnenschutz! Denn Sonne sorgt für Photoaging – und das führt zu noch größeren Poren!

Mitesser


Haut-Experte Dr. Markus Dawid: Unsere Haut erneuert sich regelmäßig, dementsprechend füllen sich die Talgdrüsen immer wieder. Wenn man glaubt, man behandelt das einmal und dann war‘s das, liegt man falsch. Man kann jedoch ausreinigen. Hierfür muss das Gesicht den Hautbedürfnissen angepasst gereinigt werden.

Wer möchte, kann Mitesserpflaster anwenden. Im Anschluss die Poren mit einem Komedonenquetscher – den gibt es in Apotheken – Pore für Pore reinigen. Dabei wird das Gerät mit der Schlaufe um den Mitesser angesetzt und der Talg hinausgedrückt. So verstümmelt man die Haut nicht mit den Fingernägeln. Am besten macht man das abends, da sich die Haut rötet. Im Anschluss mit Tonic reinigen. Auch Masken mit Tonerde wirken unterstützend.

Starke Narben

Haut-Experte Dr. Markus Dawid: Narben kann man nicht wegcremen. Hier muss man medizinisch vorgehen. Da reden wir von einem Fahrplan, der ein bis zwei Jahre lang dauert. Primär muss man die Narben rausstanzen – mit Lokalanästhesie. Anschließend näht man die Wundränder zusammen. Das heißt: Wenn es wirklich tiefe Narben sind, müssen sie ausgestanzt werden und verheilen.

Anschließend muss man Methoden finden, um die Hautoberfläche zu verbessern. Da ist die Palette groß: Man kann zu chemischen Peelings greifen, die regen diesen Vorgang an. Auch Needling funktioniert: Dabei wird die Haut durchsiebt und die Produktion von neuem Bindegewebe angeregt.

  • Drucken

Kommentare