Finanzplan leicht gemacht: Beim Geld den Überblick behalten

In vier Schritten zu einem klugen Finanzplan, der dir das Leben erleichtern kann.

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Geld & Steuern03.06.2015 | 14:30 Content Agentur Prazak(miss)

Schon wieder kein Geld am Konto? Keine Idee, wie viel du in den letzten Wochen für irgendwelches Zeug ausgegeben hast? Kein Plan, wie der Traumurlaub im Sommer finanziert werden könnte? Dann geht es dir wie den meisten von uns: In Sachen Geld fehlt oft der Überblick. Dabei kann man sich viel Ärger und Kummer ersparen, wenn man sich um seine Finanzen kümmert. In vier Schritten wirst du zum echten Finanzprofi.

 

Schritt 1: Ausgaben unter Kontrolle

Wer bin ich? Eine Frage, die im Zusammenhang mit Geld weniger psychologisch gemeint ist, sondern sich eher um die praktische Seite deiner Person dreht: Wofür gibst du eigentlich dein Geld aus? Nur wer einen Überblick über seine Ausgaben hat, kann langfristig seine Finanzen unter Kontrolle halten. Das beginnt bei laufenden Kosten wie Miete oder Kreditraten, geht weiter über Einkauf von Lebensmitteln und Kleidung und endet mit Ausgaben für Geschenke und Spenden. Am besten ist es, man macht ein bis drei Monate lang eine genaue Auflistung mit allen Ausgaben. Bei den monatlich wiederkehrenden Posten wie Miete, Strom, Versicherung, Leasingraten fürs Auto und so weiter ist das ja noch recht einfach. Schwieriger wird es mit den Ausgaben, die unregelmäßig getätigt werden. Da ist der Restaurantbesuch ebenso gemeint wie die neue Handtasche oder das Bahnticket am Wochenende. Du solltest wirklich alle Ausgaben genau festhalten, entweder notierst du dir alles schriftlich (das geht auch am Handy sehr einfach) oder du hebst die Rechnungen auf (sofern es welche gibt) und schreibst einmal in der Woche alles zusammen.

 

Schritt 2: Einnahmen auflisten

Leider ist die Liste derEinnahmen deutlich kürzer als die Liste der Ausgaben – der umgekehrte Fall tritt so gut wie nie ein. Wenn du angestellt bist, bekommst du monatlich dein Gehalt, zweimal jährlich möglicherweise wegen des 13. und 14. Gehalts auch mehr. Schwieriger wird es, wenn du derzeit Gelegenheitsjobs hast, etwa weil du studierst, oder sonstige unregelmäßige Einkommen hast. Versuche dennoch, für die nächsten Monate eine Vorschau aufzustellen. Gehe dabei aber eher von einer pessimistischen Prognose aus – das ist besser, als die Dinge allzu rosig zu sehen und dann finanziell überrascht zu werden. Das gilt im Speziellen auch für Selbstständige, die dazu neigen, mögliche Einnahmen allzu optimistisch zu beurteilen. Denn was ist, wenn der Auftrag doch noch platzt oder der Kunde spät zahlt?

 

Schritt 3: Mach es wie der Finanzminister!

Der Finanzminister hat die Aufgabe, sich um das Geld des Staates zu kümmern und die richtige Balance aus Einnahmen (also Steuern) und Ausgaben zu finden. Dabei ist es wichtig, für die nächsten Monate oder gar Jahre die richtige Einteilung zu finden. Je genauer beide Seiten (also Einnahmen und Ausgaben) bekannt sind, desto besser. Mach es einfach genauso wie der Finanzminister und erstelle einen genauen Haushaltsplan. Auf der einen Seite notierst du die Einnahmen, die du im jeweiligen Monat zu erwarten hast, und auf der anderen Seite die Ausgaben. Beginne dabei bei den Fixausgaben wie Miete, Strom etc. und füge aufgrund deiner bisherigen Berechnungen (siehe oben) die typischen Posten für Lebensmittel, Kleidung etc. hinzu. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate sollte es dir gelingen, eine Prognose aufstellen zu können.

Welche Punkte auf der Ausgabenseite solltest du bei deinem Finanzplan berücksichtigen?

 

  • Wohnen: Miete, Raten für Wohnkredit, außerdem Betriebskosten der Wohnung, Energiekosten (Strom, Gas, Heizung)
  • Lebenshaltungskosten: Einkauf von Lebensmitteln, Hygiene- und Kosmetikartikeln etc.
  • Sport und Freizeit: Ausgaben für Sport und Fitness, Essen und Trinken (Restaurants, Cafés etc.), andere Hobbys, Bücher, Musik, Spiele
  • Kleidung und Schuhe
  • Kommunikation: Handytarif, Internet, Fernsehen
  • Auto und Verkehr: Leasingraten, Treibstoff, mögliche Reparaturkosten, Tickets bzw. Jahreskarten für öffentliche Verkehrsmittel
  • Versicherungen: Haushalt, Leben, Unfall, Pension, etc.
  • Sparen: Daueraufträge für Bausparverträge etc.
  • Haustiere: Futter, Tierarzt etc.
  • weitere Ausgaben wie Kirchenbeiträge, Spenden, Geschenke etc.

 

Tipp: Führe einen Extraposten für unvorhergesehen Ausgabe an, beispielsweise Reparaturen am Auto oder in der Wohnung. Umso besser, wenn nichts geschieht.

Je länger und genauer du einen solchen Plan aufstellst und dann mit den tatsächlichen Ausgaben und Einnahmen vergleichst, desto besser bist du als dein eigener Finanzminister. Und so gut wie der berühmt-berüchtigte Karl-Heinz Grasser machst du es mit Sicherheit ….

 

Schritt 4: Sparprogramm überlegen

Was? 50 Euro fürs Handy, 70 Euro für sinnlose Handy-Apps und 25 Euro für das unnötige Fernsehen, das eh niemals genutzt wird? Es ist oft erstaunlich, wofür du Geld ausgibst. Mit einer Übersicht über deine Ausgaben und einer Planung der nächsten Monate kannst du viel leichter deine finanziellen Mittel steuern. Das ist besonders wichtig, wenn du ein größeres Ziel anpeilst – zum Beispiel einen Urlaub oder eine teure Ausbildung. Dann musst du möglicherweise beginnen, Geld von der einen zur anderen Seite zu schieben bzw. auf die Seite zu legen: Dinge, die du in Wirklichkeit ohnedies nicht brauchst, werden gestrichen und das so eingesparte Geld kann für das Ziel beiseitegelegt werden. Ohne Plan wird daraus sicher nichts. Du kannst dich aber für die Mühe später selbst belohnen, denn mit etwas Willen zum Sparen und Durchhaltevermögen werden Dinge möglich, die du früher nicht für möglich gehalten hättest.

 

Zusatztipps: Apps für Finanzplanung

Es gibt eine Anzahl guter Apps für Handy und Tablet sowie Programme für den PC, die bei der Finanzplanung eine große Hilfe sein können. Das klassische Excel-Programm ist zwar nach Ansicht vieler Experten noch immer die beste Wahl, wenn es um eine Übersicht über Zahlen geht, doch damit muss man sich ein wenig auskennen und eigentlich ist das Programm für diese Aufgabe auch übertrieben.

 

Meine Ausgaben

Kostenpflichtige App für Android- und Apple-Geräte, mit der die Ausgaben sehr einfach erfasst und übersichtlich angesehen werden können.

für iOS

für Android

 

Ausgaben-Manager

 

Gibt es nur für Android, wirkt auf den ersten Blick recht einfach gestrickt, ist aber sehr praktisch und auch gut zu bedienen. (hier)

 

 

VSB Haushaltsplaner

 

Ein Finanzplan für Apple- und Android-Nutzer, gut gemachtes Menü mit übersichtlichen Kategorien.

für iOS

für Android

 

Mein Haushaltsbuch

 

Anhand der Grafiken siehst du rasch, wie du in den vergangenen Tagen und Wochen mit dem Geld umgegangen bist. Ist zunächst etwas aufwendig, doch das macht sich bezahlt.

 

für iOs

für Android

 

für PC: MyMicroBalance

Starkes Programm für PC, das in seiner Basisversion gratis ist. Einfach zu bedienen und mit sehr übersichtlichen Grafiken.

 

Download für Windows

 

 

 

 

 

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