Zahlreiche Filme hat sie seitdem gedreht, gesungen, ist zur Muse des von Woody Allen geworden und zweimal zur „Sexiest Woman Alive“ gewählt worden, hat geheiratet, sich scheiden lassen, sich neu verlobt und im September eine Tochter bekommen. Am 22. November wird sie 30 Jahre alt.

 

 

Sorgen bereite ihr dieser Geburtstag nicht, erzählte Johansson erst kürzlich in einem Interview dem „Wall Street Journal“. Sie habe schon feste Pläne für die neue Dekade. „Ich will nicht mehr die Naive sein. Es ist nett, glamourös zu sein, aber ich will nicht mehr immer trendy und ein Objekt der Begierde sein müssen.“ Das sei nichts Bleibendes. Auf ihre Schönheit verließ sich Johansson noch nie, sondern machte mit anspruchsvollen oder auch abwegigen Rollen deutlich, dass der Beruf an sich ihr wichtig ist. „Lieber scheitere ich in den Augen von irgendjemandem, als dass ich irgendwie so lauwarm rüberkomme – das ist das Schlimmste“, sagte sie dem britischen „Guardian“.

 

 

Neben Woody-Allen-Filmen wie „Match Point„, „Scoop – Der Knüller“ und „Vicky Cristina Barcelona„, kunstvollen Low-Budget-Produktionen wie „Under the Skin“ und Broadway-Produktionen spielte sie auch in Hollywood-Blockbustern wie „Iron Man 2“ oder „The Return of the First Avenger“ mit. „Lieber riskiere ich, dass ein Film nicht funktioniert, als dass ich in einem Muster feststecke, wo ich den gleichen Film immer und immer wieder machen muss.“

 

 

Großes schauspielerisches Talent

 

 

Von Regisseuren erntet sie viel Lob. „Sie ist nicht so eine Schauspielerin, die einen Masterplan hat, dem sie folgt“, sagte Robert Ashford, ihr Regisseur im Broadway-Stück „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ aus dem vergangenen Jahr. „Ihr Masterplan ist, an weiteren Projekten zu arbeiten, die sie interessieren, um immer weiter herausgefordert zu werden.“

 

 

Star-Regisseur Woody Allen schwärmte öffentlich, Johansson sei „überwältigend“, und betonte, sie habe die „schauspielerischen Fähigkeiten, um nicht nur ein vorübergehendes Pin-up-Girl zu sein, sondern eine wirklich bedeutende Schauspielerin“. Johansson, die ihre Bewunderung für Allen nie verheimlicht hat, gab zurück, sie würde „ihm den Saum seiner Hosen nähen, wenn er mich darum bitten würde“.

 

 

Schon als Kind belegte die 1984 in New York geborene Johansson Schauspielkurse und bekam auch bald erste Rollen. Johansson hat einen Zwillingsbruder, einen älteren Bruder und eine ältere Schwester, ihr dänischer Vater und ihre Mutter polnisch-jüdischer Herkunft sind geschieden. Johansson lebt hauptsächlich in ihrer Geburtsstadt. „Viele Leute hier sagen immer, dass sie mal aus New York weg müssen, um sich hier dann wieder wohlzufühlen. Ich hatte das noch nie.“

 

 

Gescheiterte Ehe und neues Liebesglück

 

 

Inzwischen verbringt sie auch viel Zeit in Frankreich, der Heimat ihres Verlobten, des Journalisten Romain Dauriac. Das gemeinsame Leben mit Tochter Rose Dorothy sei „ruhig“, sagt Johansson. Irgendwann wolle das Paar auch heiraten. Mit Dauriac scheint die Schauspielerin ihr Glück gefunden zu haben, nachdem eine Ehe mit dem Kollegen Ryan Reynolds 2010 nach nur zwei Jahren scheiterte.

 

 

Kurz danach stellte ein Hacker Nacktfotos von Johansson ins Internet, der Mann wurde später gefasst und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Eine „holprige Zeit“ sei das gewesen, sagt Johansson heute. „Aber ich wollte mich immer aus dieser verrückten Klatsch-Welt herausholen und zurück in mein normales Leben.“

 

 

Spagat zwischen Kind und Karriere

 

 

Das will sie nun mit Kind und Karriere meistern. „Es muss eine Welt geben, in der ich diese Dinge ausbalancieren kann, in der ich eine Familie haben und trotzdem noch einen Film pro Jahr drehen, oder an Sachen wie Theaterprojekten arbeiten kann. Ich will in der Lage zu sein, alles zu haben – ganz egoistisch.“

 

 

Anfang des Jahres geriet Johansson kurzzeitig in einen internationalen Streit über Israel. Sie trat als Botschafterin der britischen Hilfsorganisation Oxfam zurück. Hintergrund war ihr Werbe-Engagement für SodaStream, einen israelischen Hersteller von Mineralwasser-Aufbereitern. Das Gerät wird auch in einer jüdischen Siedlung in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten hergestellt. Oxfam hatte zum Boykott von Produkten aus israelischer Fertigung mit Ursprung in den Palästinensergebieten aufgerufen.

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