“Wie oft hast du eigentlich Sex?” Es ist eine Frage, die wir oft kaum unseren besten Freunden zu stellen wagen. Und doch haben sich wohl die meisten schon mal folgende Dinge gefragt: Wie viel Sex ist ‘normal’? Was ist, wenn wir weniger Sex haben als unsere Freunde? Ist unsere Beziehung zum Scheitern verurteilt, wenn wir nicht genug Sex haben? Und was ist überhaupt genug Sex?”

Fakt ist: Diese Fragen sind von Natur aus unsinnig. Denn es geht nicht darum, wie oft wir Sex haben, sondern wie und wie wir ihn möchten und wie gut er ist. Dennoch kann die Häufigkeit eine Rolle sowohl in Bezug auf unsere sexuelle Beziehung, als auch auf unser allgemeines Wohlbefinden spielen. Das möchten Forscher anhand einer aktuellen Studie belegen. Also: Wie oft haben die meisten Paare Sex? Und was bedeutet das für unsere Beziehungsqualität und -zufriedenheit?

Die häufigste Antwort

In einer Studie von über 26.000 Amerikanern, die in Archives of Sexual Behavior veröffentlicht wurde, berichteten die Teilnehmer, dass sie 54 Mal im Jahr Geschlechtsverkehr hatten, was durchschnittlich etwa einmal pro Woche ist. Die Stichprobe umfasste Singles, Verheiratete und Ledige. Wenn die Autoren den Fokus speziell auf verheiratete Paare legten, war die durchschnittliche sexuelle Häufigkeit mit 51 Malen pro Jahr oder durchschnittlich weniger als einmal pro Woche etwas niedriger.

Die glücklichste Antwort

Wie glücklich sind Paare, die im Durchschnitt etwa einmal pro Woche Sex haben? Während man denken könnte, dass mehr Sex mit mehr Glück verbunden ist, deutet die Forschung darauf hin, dass diese Rechnung so nicht stimmt. In einer Studie von über 30.000 Amerikanern, die in der Zeitschrift Social Psychological & Personality Science veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher die Beziehung zwischen der Häufigkeit, mit der Paare Sex hatten und dem Zusammenhang mit dem von ihnen berichteten Glücksniveau. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Paare, die einmal die Woche Sex haben, am glücklichsten sind – Paare, die zwei oder drei Mal (oder öfter) Sex hatten, sind allerdings nicht glücklicher als diejenigen, die einmal in der Woche Sex hatten. Aber was ist mit denen, die weniger als einmal pro Woche Sex haben?

Die “unglücklichste” Antwort

Die oben beschriebene Studie, die sich auf sexuelle Häufigkeit konzentrierte, kam zu dem Schluss, dass diejenigen, die weniger als einmal pro Woche Sex hatten, weniger glücklich waren als diejenigen, die einmal pro Woche Sex hatten. Nun kann man darauf schließen, dass man keine sieben Tage vergehen lassen sollte – wenn man seinen “Glückspegel” maximal ausschöpfen möchte. Zumindest, wenn man sich auf die theoretische Wissenschaft verlassen möchte. Tatsächlich ist das aber eine höchst individuelle Entscheidung: Egal, ob fünf Mal am Tag, ein Mal die Woche oder gar nicht. Richtig ist, was gut tut.