Für die im Journal of Public Policy & Marketing veröffentlichte Studie führten Forscher insgesamt fünf Experimente durch. Im Zuge der Tests wurden Frauen unter anderem Werbeaufnahmen von Plus-Size-Models vorgelegt, die in einen positiven oder neutralen Kontext eingebettet waren.

Jene Testpersonen, die Werbeinhalte sahen, in denen die Akzeptanz größerer Kleidergrößen unterstützt wurde, aßen nach dem Versuch mehr und gaben an weniger an einem gesunden Lebensstil interessiert zu sein. Die Wissenschafter gehen basierend auf diesen Ergebnissen davon aus, dass diese Tendenz individuelles Übergewicht fördern könne.

“Ein Grund, warum fülliger zu sein ansteckend sein kann ist, dass es eine größere soziale Akzeptanz dafür gibt und Individuen daher eine niedrigere Motivation hinsichtlich gesunder Ernährung zeigen und größere Mengen ungesunder Nahrungsmittel konsumieren”, schreibt Wissenschafter und Autor der Studie Brent McFerran in seinem Artikel.

Im Zuge der Untersuchung wird dieser Effekt als “the ironic Dove effect”, zu Deutsch “der ironische Dove-Effekt” bezeichnet. Damit spielen die Forscher auf die #realbeauty-Kampagne des Körperpflegeprodukteherstellers Dove an, der im Jahr 2004 mit der Campaign for Real Beauty erstmals Frauen mit verschiedenen Körpern und Kleidergrößen in seiner Werbung zeigte und sich so für eine veränderte Körperwahrnehmung in der Gesellschaft einsetzte.

McFerran und sein Team untersuchten ausgehend davon auch den generellen Effekt von Werbematerial mit Plus-Size-Models auf das wahrgenommene Körperbild kurviger Frauen. Es zeigte sich, dass der Konsum von Werbungen mit derartigem Anspruch keinerlei Auswirkungen auf das Körperbild übergewichtiger Frauen hat. Mollige Frauen sahen sich der Untersuchung zufolge nach dem Konsum also nicht in einem positiveren Licht bzw. waren glücklicher mit ihrer Figur.