Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 15,6 Prozent der Männer und 13,2 Prozent der Frauen sind derzeit adipös. 1991 waren es noch 8,3 Prozent der Männer und neun Prozent der Frauen. Bei Kindern und Jugendlichen könnte allerdings ein Plafond erreicht sein. Dies stellt der Wiener Sozialmediziner Thomas Dorner (MedUni Wien) in der Wiener Medizinischen Wochenschrift fest.

Lebensalter leidet

Als Adipositas gilt ein Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30. Normalgewicht sind Werte für Erwachsene zwischen 18,5 und 25. Die viel zu vielen Kilos haben jedenfalls eindeutig negative Auswirkungen. Dorner: “Ein extrem adipöser junger Mensch (20 bis 30 Jahre), BMI größer 45 verliert etwa 13 (Mann) bzw. acht (Frau) Lebensjahre als Folge der Adipositas. Übergewichtige 40-Jährige verlieren drei Lebensjahre, adipöse Gleichaltrige sechs bis sieben Jahre.” Unter Übergewicht wird ein BMI zwischen 25 und 30 verstanden.

Diverse Risikofaktoren

Der Sozialmediziner vom Wiener Zentrum für Public Health führte gegenüber der APA folgende Faktoren an, die besonders häufig mit Adipositas in Verbindung stehen: höheres Alter, niedriger Bildungsstatus, Migrationshintergrund und Wohnort in Ostösterreich. Die Wahrscheinlichkeit für Adipositas hätte in Österreich mit steigendem Alter alle fünf Jahre bei beiden Geschlechtern um etwa zehn Prozent zugenommen. “Frauen und Männer in Österreich hatten etwa um 50 Prozent eine höhere Wahrscheinlichkeit für Adipositas als in Westösterreich.” Die regionalen Unterschiede seien weitgehend unverändert geblieben, sagte Dorner im Gespräch mit der APA.

Prävention wirkt bei Kindern und Jugendlichen

Eine positive Entwicklung gibt es möglicherweise bei Kindern und Jugendlichen. “Es scheint so, als hätte man da möglicherweise einen Plafond erreicht”, sagte Dorner. “So betrug die Prävalenz (Häufigkeit; Anm.) oder Adipositas in den WHO-HBSC-Surveys (Schüler und Jugendliche; Anm.) von 1998, 2010 und 2014 bei den Burschen 13,9 Prozent, 18,5 Prozent, 17,3 Prozent und bei den Mädchen zehn, 11,9 und 11,7 Prozent.” Möglicherweise könnten sich hier bereits Präventionsmaßnahmen auswirken.

Das größte Folgerisiko für Adipositas stellt übrigens die Hypertonie dar. Fettsüchtige Männer haben das 5,66-fache Risiko für einen Bluthochdruck im Vergleich zu Normalgewichtigen, bei Frauen liegt dieser Faktor beim 5,44-Fachen. Dann folgt die Zuckerkrankheit mit einem jeweils drei- bis vierfachem Risiko bei Menschen mit viel zu vielen Kilos.