Die britische Modemarke Burberry sorgt für großen Aufruhr – Der jüngste Geschäftsbericht des Unternehmens zeigt nämlich, dass eine gewaltige Menge an Luxusmode- und Beauty-Produkten zu Schrott wurde. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren es Waren im Wert von 32,2 Millionen Euro. Das ist aber keine Ausnahme, denn bereits 2017 landete Kleidung um 30,2 Millionen Euro im Müll. Der Aufsichtsratsvorsitzende John Peace gibt zwar zu Protokoll: “Es fällt uns nicht leicht, Ware zu zerstören”. Trotzdem sollen Rabatte scheinbar nicht am Image der Marke kratzen und Produkte deshalb bedingungslos entsorgt werden.

Neue Produktstrategie scheint bislang nicht aufzugehen

Julie Brown, Finanzvorstand des Unternehmens, erklärt den Zuwachs an verschrotteten Artikel mit der Lizenzierung der Burberry-Kosmetiksparte an den US-amerikanischen Make-up-Riesen Coty. Diese Geschäftsbeziehung bringt mit sich, dass sämtliche Parfums und Kosmetikprodukte neu entwickelt werden. 2016 wurde bereits der Italiener Marco Gobbetti zum neuen Geschäftsführer, um eine neue Produktstrategie zu entwickeln. Er versuchte Burberry noch stärker ins Luxussegment zu bringen und da passt ein Sale wohl nicht ins Konzept. Die Neuausrichtung des Unternehmens scheint bei den Kunden aber nicht aufzugehen.

Veränderungen sind dennoch keine in Sicht. “Wenn sie bei Luxusgütern die Illusion von Prestige zerstören, den Traum, die Preise, zerstören sie das Vertrauen. Das ist der langsame Tod”, so Jean-Claude Biver, verantwortlich für die Uhrenmarken TAG Heuer und Zenith, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Jetzt soll der italienische Modedesigner Ricardo Tisci für frischen Wind bei Burberry Sorgen. Er bringt viel an Erfahrung mit Streetwear mit und ist bekannt für wilde Designs.

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Auch das schwedische Textilhandelsunternehmen H&M landete erst im Oktober 2017 aufgrund der Verbrennung von Tonnen an neuer Kleidung in den Schlagzeilen. Jedoch nicht aus Imagegründen: Die Stücke sollen beim Transport oder der Lagerung einen Wasserschaden erlitten und deshalb zu schimmeln begonnen haben. “Oder der Chemikalienwert wurde überschritten. Wir würden nichts einfach so verbrennen”, so Kerstin Sellner, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei H&M, im Interview mit der Tageszeitung Kurier.