Egal ob der Orangensaft, der Kaffee oder das Brötchen, irgendwie schmeckt das Essen in luftiger Höhe immer anders, als die Gerichte zuhause oder im Restaurant. Ja ok, wir wissen, im Flieger darf man sich jetzt nicht unbedingt ein 5-Sterne-Menü erwarten, aber dass selbst der gewöhnliche Orangensaft einen anderen Geschmack hat, ist schon irgendwie komisch. Das Essen schmeckt trockener, geschmackloser und fad. Die Gründe sollen nicht nur mit der Zubereitung zusammenhängen – denn sogar selbst mitgebrachtes Essen schmeckt anders – sondern vor allem die Höhe, in der gegessen wird und die Bedingungen im Flugzeug spielen eine Rolle.

Wissenschaftliche Gründe: Essen im Flieger schmeckt anders

Es liegt nicht an den Lebensmitteln selbst, dass Essen im Flugzeug anders schmeckt, sondern an den Rahmenbedingungen wie der Luftfeuchtigkeit oder dem Druck. Bei einer durchschnittlichen Reiseflughöhe von 10.000 Metern herrscht ein anderer Luftdruck. Dieser wirkt sich auf unsere Geschmacksnerven und unseren Geruchssinn aus, fast so, als hätte man eine Schnupfen, so Wissenschaftler. Bei höherem Druck schmecken wir weniger und riechen schlechter. Vor allem Salz, Fruchtzucker und Gewürze nehmen wir weniger stark wahr. Ein Grund, weshalb das Essen im Flugzeug oft fad und anders schmeckt. Und auch die Luftfeuchtigkeit wirkt sich auf unseren Geruchssinn aus. Die Luft im Flieger ist trockener, wodurch die Nasenschleimhaut austrocknet. Dadurch dauert es länger, bis unsere Geschmacks- und Geruchsrezeptoren anspringen.

Flugzeug-Lärm wirkt sich auf den Geschmackssinn aus

Nicht nur der Druck und die Luftfeuchtigkeit in einem Flugzeug führen dazu, dass Essen in 10.000 Metern Höhe anders schmeckt. Auch der Lärm im Flieger hat Einfluss auf unseren Geschmackssinn. Das haben Forscher an der University of Manchester herausgefunden. Wer während des Essens von Hintergrundgeräuschen gestört wird, nimmt die Mahlzeit anders wahr und urteilt schlechter über den Geschmack der jeweiligen Speise. Fluggesellschaften versuchen diesen Störfaktoren beispielsweise mit Kopfhörern und Bordmusik entgegenzuwirken. Manche Unternehmen testen ihr Flugzeugessen sogar vorab in speziellen Druckkabinen, um den Geschmack in luftiger Höhe so gut es geht verbessern zu können.