Zahlreiche Nutzerinnen des Kurzbotschaftendienstes reagierten seit Sonntag auf ein emotionales Twitter-Posting der US-Schauspielerin Alyssa Milano. In diesem rief die ehemalige Charmed-Schauspielerin auf: “Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, antworte ‘Ich auch’ auf diesen Tweet”. Mehr als 30.000 Menschen antworteten ihr, #MeToo war am Sonntag der am häufigsten verwendete Hashtag.

Zuletzt war bekannt geworden, dass der einst einflussreiche US-Filmproduzent Harvey Weinstein offenbar seit Jahren Frauen sexuell belästigte. Mehrere Frauen erhoben zudem Vergewaltigungsvorwürfe. Milano, die vor allem durch ihre Rollen in den Serien “Wer ist hier der Boss?” und “Charmed” bekannt ist, war nicht unter ihnen.

Eine Nutzerin antwortete der Schauspielerin: “Ich auch. Ich hab darüber gesprochen. Was hab ich gelernt. Dass niemand, absolut niemand, mir zuhören wollte, geschweige denn helfen.” Das große Echo auf Milanos Aufruf machte deutlich, dass neben Prominenten auch viele andere Frauen sexuelle Belästigung erleben.

When I told my boss that his co-worker touched me inappropriately during a work trip, he said, “You’re not going to make this a big thing right? Because if you do, you’re going to ruin his marriage.” I told a female co-worker what happened and she told me she’d experienced the same thing- and so had several of the women that had worked there before. There isn’t a day that goes by that I don’t regret speaking up and treating myself- and my body- with the respect that I deserve. I carry that anger with me and this week’s discussions about assault in the workplace have brought up so many feelings I didn’t realize were still just under the surface. I realize how fortunate I was to be able to leave that job, find a new one and get help in the form of therapy later down the road. So many people who are assaulted or harassed can’t leave safely or without fear of retribution and the loss of their ability to keep a roof over their head or food on the table. So while this story (and the stories of those with similar experiences) haunts me, as I read through the #metoo threads filling up, my heart is deeply present with those who haven’t been able to escape or find a way to safety and support. You are not alone. And you will always have a safe space here at DS.

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Parallel startete die französische Journalistin Sandra Muller einen ähnlichen Aufruf: Unter dem Schlagwort #balancetonporc (etwa: Entlarve das Schwein) berichteten Frauen über Erfahrungen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder auf der Straße. Viele Frauen schienen ihre Erlebnisse auf Twitter erstmals zu teilen, oft war die Offenbarung mit Scham verbunden. Auch Männer meldeten sich zu Wort und drückten ihr Mitgefühl mit den Frauen aus.

Vor allem die Antworten auf Milanos Aufruf nahmen Bezug auf den Skandal rund um Hollywood-Produzent Weinstein. Insgesamt haben sich mehr als zwei Dutzend Frauen mit Vorwürfen gegen Weinstein zu Wort gemeldet, unter ihnen Stars wie Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Rosanna Arquette. Manche Tweets thematisierten aber auch US-Präsident Donald Trump, dem ebenfalls sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde.