In einer Gesellschaft, in der über das Internet innerhalb von wenigen Minuten Sex-Dates verabredet werden und Porno-Seiten zu den meist-geklickten Websites gehören, ist es wohl wenig verwunderlich, dass auch die Sexpuppen-Industrie boomt wie nie zuvor. Wie lebensecht viele der für die Befriedigung der Männerwelt kreierten Ladies mittlerweile schon aussehen, erinnert eher aber an Horrorfilme und jagt uns einen kalten Schauer über den Rücken.

In unserer schnelllebigen Welt, in der vor allem Zeit und Energie gespart werden muss, greifen immer mehr Männer zur einfachen Variante, deren Schwiegereltern man(n) nicht kennenlernen muss, die nicht nach dem Beziehungs-Status fragt, nicht streiten will und die zu jeder Zeit für jeden Wunsch zur Verfügung steht.

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Millionengeschäft mit Gummi-Frauen

Die Nachfrage nach Sexpuppen steigt also stetig, und vor allem in China boomt die Produktion der künstlichen Frauen. Laut der Zeitschrift News werden hier 80 Prozent aller Sexspielzeuge weltweit produziert. Das könnte wohl unter anderem auch an den Folgen der Ein-Kind-Politik liegen, die zu einem enormen Überschuss an Männern in der Bevölkerung geführt hat. Wohl auch deshalb wird vor allem hier nach Alternativen zu echten Frauen gesucht – und die Lösung ist dann eben oft eine hochwertige Sexpuppe, die umgerechnet etwa € 2000 kostet.

Aber auch in Amerika erfreut sich die Silikon-Alternative zur echten Frau bereits großer Beliebtheit. Real Dolls werden die lebensechten Silikon-Puppen, die mit verschiedenen Haut-, Haar- und Augenfarben erhältlich sind, genannt. Der Erfinder dieser Plastik-Puppen ist Matt McMullen, ein kalifornischer Skulpteur und Künstler. 1996 gründete er seine Firma Abyss Creations und wurde innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer in der Produktion von lebensechten Sexpuppen. Bis zu 10.000 Dollar kosten seine Gummi-Ladies – und bereits über 5000 Exemplare soll das Unternehmen mittlerweile an den Mann gebracht haben.

Die neue Generation der Sex-Puppe

Nun gibt es Neuerungen, die wohl alles bisher Dagewesene übertreffen. Das Skurrile an dieser Weiterentwicklung: Die lebensechten Puppen werden dahingehend optimiert, so viele Gefühle wie möglich aus ihrem Benutzer herauszukitzeln. So arbeiten zahlreiche Firmen daran, Sex-Roboter zu kreieren, die sich bewegen, sprechen und ihre Gefühle und Wünsche artikulieren können – oder zumindest so tun, als ob. “Wir wollen ein Wesen entwickeln, mit dem man sich gerne unterhalten will und bei dem man gespannt darauf wartet, was es als nächstes sagt”, erklärt McMullen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Die sogenannte Roxxxy-Puppe der Firma True Companion soll sich mit ihren Nutzern etwa bereits über Aktienkurse, Fußball und andere Themen unterhalten können.

Die Liebe, die ein Mensch für so eine Gummi-Puppe empfinden kann, nennt sich übrigens Objektophilie – und die tritt wohl häufiger auf, als man denkt. Psychologen warnen schon seit geraumer Zeit vor den Konsequenzen, die mit diesen Veränderungen in der menschlichen Sexualität einhergehen könnten. Wir sind jedenfalls, im Gegensatz zu Roxxxy, vollkommen sprachlos.

“Lars und die Frauen”:

Ein empfehlenswerter Film passend zum Thema, mit Hollywood-Hottie Ryan Gosling in der Hauptrolle:

Quellen:

DerStandard, New York Times Video, BBC, Vanity Fair