Eine Untersuchung, die mit allem bricht, was wir über Ernährung bisher zu wissen geglaubt haben: Im Mai hat eine Analyse von 19 Studien, die im American Journal of Clinical Nutrition, dem wissenschaftlichen Top-Journal der American Society for Nutrition, veröffentlicht wurde, ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen mit dem höchsten Konsum von Süßigkeiten und Schokolade um 18% niedriger ist, als die jener Kinder, die „normal“ naschen würden. Der interessante Kommentar der Autoren dazu: „Maßnahmen gegen Fettleibigkeit sollten andere Ernährungselemente fokussieren statt Süßigkeiten.“ 

Machen Süßigkeiten, Junk Food & Co etwa gar nicht dick…?

Der Ernährungswissenschaftler und Buchautor Uwe Knop meint, dass Junk Food, Süßigkeiten und Soft Drinks weniger schlecht sind, als ihr Ruf. Denn Lebensmittel, die als „Dickmacher“ angeprangert werden, hätten nur deshalb ein dermaßen schlechtes Image, damit „ratlose Ernährungsapostel der Öffentlichkeit Schuldige präsentieren können“, so Knop. Dabei existiere kein einziger Beweis dafür, dass gewisse Lebensmittel tatsächlich pauschal als dickmachend gelten. 

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In seinem Buch Ernährungswahn – Warum wir keine Angst vorm Essen haben müssen hat er mehr als 1.000 Studien kritisch analysiert und ist zu dem Fazit gekommen, dass niemand ganz klar sagen kann, was „gesunde Ernährung“ eigentlich ist. Er vergleicht die zahllosen Versuche mit dem Lesen einer Glaskugel: „Dieser evidenz-limitierte Forschungszweig hat keine harten Beweise, sondern kann nur Hypothesen liefern„, meint er. 

Knop zitiert aktuelle Studien und meint, dass es keinen oder einen ernährungspolitisch unerwünschten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fast Food und dem Body Mass Index gäbe: so gehe mit höherem Konsum der vermeintlichen Dickmacher sogar ein niedrigeres Körpergewicht einher. 

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Die Ernährungswissenschaften befänden sich in einer „bemitleidenswerten Lage“, meinte der Direktor des deutschen Cochrane-Zentrums, welches die Qualität wissenschaftlicher Studien bewertet, Prof. Gerd Antes in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bereits 2011. Das läge daran, dass Studien in diesem Bereich von vielen unbekannten oder kaum messbaren Einflüssen abhängig sind, so könnten zum Beispiel auch mehr Schlaf und weniger Stress ausschlaggebende Faktoren für eine Gewichtszu- oder -abnahme sein. „Deswegen gibt es immer wieder völlig widersprüchliche Ergebnisse„.

Anstatt sich jetzt aber tonnenweise Mecces reinzuballern, sollte man eher anfangen, auf den eigenen Körper zu hören: Habe ich wirklich Hunger oder vielleicht nur Durst (ja, das Hirn spielt uns da manchmal einen Streich)? Nach welchen Gerichten fühle ich mich unwohl, aufgebläht und übersättigt, welche Gerichte tun mir gut und liefern mir viel Energie? Und mal ganz davon abgesehen, sollte man natürlich auch den Spaß am Essen nicht vergessen

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Quelle: Huffington Post