Der Eierstockkrebs ist die achthäufigste Krebserkrankung bei Frauen in Österreich. Er weist unter den Tumoren im Bereich des weiblichen Genitals die höchste Sterblichkeit auf. Erst eine Operation kann das genaue Ausmaß der Erkrankung zeigen. Sie ist der wichtigste erste Schritt, wenn es um die Erkennung und Therapie geht.

Ärzte setzen Operationen deshalb sowohl für die Behandlung als auch für die exakte Diagnose von Eierstockkrebs ein. Patientinnen mit Eierstockkrebs müssen sich also auf eine OP einstellen.

Eierstockkrebs: Was passiert bei der Operation?

Während der ersten OP wird Ausmaß der Erkrankung festgestellt. Das wichtigste Ziel der radikalen Operation ist es den gesamten Tumor, sowie alle Metastasen und Absiedlungen zu entfernen. Durch sogenannte Gefrierschnitte wird zudem eine endgültige Diagnose gestellt.

Das Ausmaß von gynäkologischen Tumoren misst man mit der sogenannten TNM-Klassifikation beziehungsweise dem FIGO-Schema. FIGO IA (das erste Stadium der Krankheit) bedeutet etwa, dass sich der Tumor nur auf einen Eierstock begrenzt. Bei Eierstockkrebs ist es allerdings Zufall, wenn man die Erkrankung in diesem Stadium erkennt. “Weil er erst sehr spät im fortgeschrittenen Stadium meist durch Zufall entdeckt wird, haben die meisten Frauen schon FIGO III oder FIGO IV. Das ist weit fortgeschritten, weil sich dieser Krebs eben still anschleicht”, erklärt Doris Kiefhaber von der Österreichischen Krebshilfe.

Je nach Tumorstadium kann es notwendig sein, einen oder beide Eierstöcke, sowie auch andere Organe wie beispielsweise die Gebärmutter, das Bauchfell, Teile des Darms, das Zwerchfell oder auch andere Organe wie Milz und Gallenblase operativ zu entfernen. In manchen Fällen ist allerdings eine erste weitgehende Tumorentfernung nicht möglich. Dann kann vor der kompletten OP eine Chemotherapie stattfinden. Operiert werden muss dennoch. Ziel ist es, das Krebsgeschwulst damit zu verkleinern. Dann kann man es nämlich besser operieren. Erfolgreich gilt die Operation übrigens dann, wenn man den ganzen Tumor entfernt hat oder nur Tumorreste, die kleiner als ein Zentimeter sind, zurückgelassen werden. Die Erfolgsrate bei Primäroperationen liegt in gynäko-onkologischen Zentren bei 80 Prozent.

Chemotherapie vor oder nach OP

Ist man nicht in einem besonders frühen Tumorstadium, profitieren die meisten Patientinnen zusätzlich von einer Chemotherapie. Hierbei unterscheidet man zwei Formen. Adjuvante Therapie findet nach der OP statt. Die neoadjuvante Chemo findet nach der durch Gewebeprobeentnahme gesicherten Diagnose, aber noch vor der tatsächlichen Operation statt.

Auch die Nachsorge ist wichtig

Der letzte Tag der Therapie ist noch lange nicht der letzte Tag der Krebserkrankung. Deshalb ist die Nachsorge sehr wichtig, um einen etwaigen neuen Tumor rechtzeitig zu erkennen. So erfasst man in regelmäßigen Abständen entsprechende Symptome. Man führt gynäkologische, wie auch Ultraschalluntersuchungen durch. Auch eine jährliche Mammografie ist wichtig. Von Fall zu Fall können auch noch weitere Untersuchungen veranlasst werden.


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