In Frankreich hat das Unterhaus einen neuen Gesetzesentwurf verabschiedet. Dieser soll ALLEN Frauen eine künstliche Befruchtung ermöglichen.

Bisher durften in Frankreich nur heterosexuelle Paare, die keine Kinder bekommen können, eine künstliche Befruchtung durchführen lassen.

Unterhaus verabschiedet neues Gesetz für künstliche Befruchtung

Das französische Unterhaus hat jetzt einen Gesetzesentwurf bewilligt, der besagt, dass in Zukunft jede Frau ein Recht auf künstliche Befruchtung hat. Mit dem neuen Bioethikgesetz sollen in Zukunft auch lesbische Paare und alleinstehende Frauen ein Recht auf künstliche Befruchtung haben. Der Text wurde im Unterhaus mit 60 gegen 37 Stimmen angenommen.

Wahlversprechen gehalten

Allerdings ist noch eine weitere Abstimmung nötig, damit das Gesetz verabschiedet wird. Dafür muss auch noch der französische Senat darüber entscheiden. Das soll Medienberichten zufolge erst im kommenden Jahr geschehen. Der Gesetzesentwurf ist Teil des Wahlversprechens von Emmanuel Macron. Dieser schreibt auf Twitter: “Der Text wurde mit einer friedlichen Debatte beschlossen.”

Kritik an Gesetzesentwurf

Kritik zu dem neuen Gesetzesentwurf gibt es von den Konservativen und der katholischen Kirche in Frankreich. Der Leiter der Bioethik-Kommission der französischen Bischofskonferenz, Pierre d’Ornellas, erklärte in einem Interview mit Le Parisien, dass er in dem Gesetz eine Diskriminierung von Kindern sieht. Denn während das eine Kind selbstverständlich einen Vater habe, werde dem anderen das Recht auf einen solchen genommen. Auch von der LGBT-Vereinigung gibt es Kritik. Denn obwohl sie den Gesetzesentwurf als einen Schritt in die richtige Richtung ansehen, finden sie es dennoch bedauerlich, dass die neue Regelung Trans-Personen ausschließt.