Kanada wird gerade von einer Hitzewelle heimgesucht. Vor allem im Westen des Landes steigen die Temperaturen ins Unerträgliche. Zuletzt kam es zu Rekordwerten von 49,5 Grad. Die Folge: Zahlreiche Hitzetote.

“Wir müssen uns bei dieser extremen Hitze umeinander kümmern”, heißt es seitens der Polizei.

Zahlreiche Hitzetote in Kanada

Der Westen Kanadas kämpft gerade mit einer enormen Hitzewelle. Zuletzt wurden unerträgliche 49,5 Grad Celsius gemessen. Laut Polizeiangaben ist es dadurch zu 134 Todesfällen gekommen. Allein in Vancouver starben mindestens 69 Menschen, darunter unzählige Senioren mit Vorerkrankungen. “Wenngleich das noch untersucht wird, spielt die Hitze bei der Mehrzahl der Todesfälle eine Rolle“, so ein Sprecher der Polizei. Und auch in einigen anderen Gemeinden Kanadas kam es zu unzähligen zu Hitzetoten.

Bereits drei Tage in Folge hat man in Kanada die höchsten Temperaturen seit dem Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Den Rekord gesprengt hat jedoch der Ort Lytton in der Provinz British Columbia am Dienstag: “Um 16.20 Uhr (Ortszeit) meldete die Lytton-Wetterstation 49,5 Grad Celsius“, teilt das Ministerium für Umwelt und Klimawandel mit.

Zuflucht: Vancouver richtet klimatisierte Zentren ein

Jetzt gibt es einen Aufruf an die Bevölkerung, besonders auf Risikogruppen zu achten. “Es ist unbedingt erforderlich, dass wir uns bei dieser extremen Hitze umeinander kümmern“, appelliert Polizeisprecher Mike Kalanj im Raum Vancouver. Die Menschen sollen kalte Kompressen im Kühlschrank aufbewahren und sich an den kühlsten Orten im eigenen Haus aufhalten, um diese Hitzewelle zu überstehen.

Um noch weitere Hitzetote zu vermeiden, gibt es in der Westküstenmetropole jetzt zudem zahlreiche klimatisierte Zentren, in denen die Menschen vor den unermesslich hohen Temperaturen Zuflucht finden können. Ein Ende dieser Tortur ist so schnell nicht in Sicht. Laut dem kanadischen Umweltministerium kann die “anhaltende, gefährliche und historische Hitzewelle” noch die ganze Woche lang dauern.

Auch USA ist betroffen

Aktuell ist es in Kanada sogar heißer, als in der Wüstenstadt Las Vegas. Doch auch in den US-amerikanischen Städten Portland, Oregon und Seattle, die sich allesamt im Nordwesten der USA befinden, herrschen derzeit die höchsten je gemessenen Temperaturen. Das führte auch dazu, dass Klimaanlagen und Ventilatoren vielerorts ausverkauft sind. Einige Menschen suchen daher in Tiefgaragen oder in ihren klimatisierten Autos Schutz vor der Hitze.

Die anhaltende Hitze sorgt auch für extreme Trockenheit in der Landschaft – und das führt wiederum zu einer sehr hohen Waldbrandgefahr. Die Behörden rufen also dazu auf, besonders vorsichtig zu sein und auf jede Art von Rauchentwicklung zu achten.

Das ist für die Hitze verantwortlich

Die Rekordtemperaturen entstehen durch das Phänomen der sogenannten “Hitzekuppel“. Das bedeutet, dass der Hochdruck in der Atmosphäre die heiße Luft in der Region festhält. Statistisch gesehen kommt das nur sehr selten vor. Laut Experten der Washington Post sogar so selten, dass es sogar nur einmal alle paar tausend Jahre auftritt.

Der vom Menschen verursachte Klimawandel habe allerdings “diese Art von außergewöhnlichen Ereignissen wahrscheinlicher gemacht”, heißt es weiter.