Durch das Internet und die Digitalisierung haben sich in den letzten Jahren neue Jobs entwickelt. Kinder schauen immer mehr Youtube-Videos. Auf Instagram tummeln sich sogenannte Influencer und durch technische Entwicklungen und verbesserte Grafik boomt sogar die Gaming-Industrie.

Aber wie lukrativ sind diese neuen Berufe tatsächlich? Wir haben uns ein paar davon näher angeschaut:

1. Youtube-Star

Dagi Bee, BibisBeautyPalace oder PewDiePie: Sie filmen sich, wie sie Beauty-Produkte vorstellen oder Videospiele spielen und werden dafür von Millionen Youtube-Usern verfolgt. Durch Werbedeals und Kooperationen verdienen sich die neuen Stars ein goldenes Näschen. Gronkh, ein sogenannter “Let’s Player” hat im Jahr 2017 358.601 Euro verdient. Das Manager Magazin schätzte 2017 die monatlichen Werbe-Einnahmen von BibisBeautypalace auf 50.000 Euro. Augenscheinlich müssen sie nicht einmal viel dafür tun. Einfach die Kamera anmachen und anfangen zu reden. Das ist vielleicht auch der Grund, warum laut Bitkom 36 Prozent der Kinder angeben einen YouTuber als Idol zu haben. Ganz so einfach ist der Job aber nicht. Lediglich Videos aufnehmen reicht längst nicht mehr. Ein “Let’s Player” wie Gronkh, der Computerspiele vorführt und kommentiert, lädt durchschnittlich am Tag zwei bis drei Videos hoch.

Die Videos müssen außderdem geschnitten und bearbeitet werden. Um wirklich Werbedeals zu bekommen, muss man auch die entsprechenden Klicks und Abonnentenzahlen aufbringen. Hier ist Innovation gefragt, um sich von den mittlerweile unzähligen anderen Youtubern abzuheben. Außerdem sollte man sich mit der gesetzlichen Lage wie dem Urheberrecht auseinandersetzen.

Die arbeitsrechtlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für YouTuber stehen übrigens in letzter Zeit immer mehr in der Kritik. 2018 hat der Deutsche Jörg Sprave deswegen die Vereinigung “YouTubers Union” gegründet. In Österreich möchte mittlerweile die größte Gewerkschaft des Landes, die IG Metall mit der Vereinigung zusammenarbeiten, um ihnen zu helfen, die Bedingungen für alle YouTuber zu verbessern.

2. Influencer auf Instagram

YouTuber kombinieren ihren YouTube-Kanal oft auch mit ihrem eigenen Instagram-Account, um noch näher an ihren Followern zu sein. Um Influencer auf Instagram zu werden, braucht man aber keinen eigenen Channel auf YouTube. Werbekunden werden auch so angelockt vorausgesetzt man hat genug Follower of dem Foto-Onlinedienst. Um sich nebenbei etwas dazuzuverdienen, braucht es nicht einmal eine sehr große Anzahl von Abonnenten. Immer mehr Firmen kooperieren mit sogenannten Micro-Influencern. Diese Accounts haben zwischen 10.000 und 100.000 Follower.

Doch einen erfolgreichen Instagram-Account zu haben sieht viel entspannter aus, als es ist. Oft genug sind ehemalige Influencer an die Öffentlichkeit getreten und haben erklärt, dass sie ihr Leben bloß für das perfekte Foto inszenieren würden. Auch Instagrammer finanzieren sich vorwiegend durch Werbedeals. Da die Berufsgruppe relativ neu ist, gibt es noch rechliche Unklarheiten, vor allem wenn es um die Kennzeichnung von Anzeigen geht. In der Vergangenheit wurden viele bekannte Influencer wegen nicht ausreichender Kennzeichnung verklagt. Erst im Frühling verlor die Fitness-Influencerin Pamela Reif einen Prozess wegen Schleichwerbung.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

can’t wait for my campaigns with @calzedonia this year 🖤🤓 / Anzeige

Ein Beitrag geteilt von Pamela Reif (@pamela_rf) am

3. Game-Tester

Ein Spieletester ist jemand, der zu Testzwecken ein Computerspiel spielt und es anschließend beurteilt – entweder um einen Artikel zu schreiben oder um zur Verbesserung des Spiels beizutragen. Viele Spieleentwickler brauchen die Tester, um Bugs in ihren Spielen zu entdecken und sie vor der Veröffentlichung zu optimieren. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Deutschland hat vor ein paar Jahren sogar nach Gamern gesucht, die für sie unter dem Blickwinkel des Jugendschutzes Spiele austesten sollten. Gratis Spiele spielen und dann auch noch dafür bezahlt bekommen klingt nach einem Traumjob. Das ist aber auch nicht immer so. Der freie Autor Sascha Penzhorn beschwert sich hier über das knappe Geld und zahlreiche Hsaskommentare, die er bekommt.

4. E-Sport-Profi

E-Sport bezeichnet das wettkampfmäßige Autragen von Computerspielen. Hier treten also Zocker gegeneinander an. Im deutschsprachigen Raum hat sich der E-Sport von einem Nischenthema zu einem Massen-Trend entwickelt. Dadurch fließen große Sponsorengelder. Laut Esportsearnings nahmen letzes Jahr 838 deutsche Spieler insgesamt 3,8 Millionen Euro Preisgelder ein. Im Juli sorgte ein 17-jähriger Fortnite-Profi aus Österreich für Schlagzeilen. Gemeinsam mit seinem Partner gewann er den Weltmeister-Titel im Doppel und damit 2,7 Millionen Euro.

Die Topspieler in der E-Sport-Branche können wirklich gut davon leben. Das sind allerdings nur ein paar hundert. Kontinuierliches Training, taktisches Denkvermögen und Teamfähigkeit sind Voraussetzung. Wer also später statt Skiprofi zu werden, lieber in den E-Sport gehen möchte, muss sich auch beim Sport vorm Computer der harten Konkurrenz bewusst sein.