Ja, ich schwitze und das ist auch ganz natürlich. Deswegen muss mein Deo eigentlich nur eines können: Es soll üble Gerüche verhindern oder unterbinden und das war’s auch schon. Da ich in letzter Zeit vermehrt darauf achte, was in meinen Kosmetikprodukten eigentlich alles enthalten ist, bin ich immer wieder erschrocken, was ich mir eigentlich alles auf die Haut schmieren. Konventionelle Deos enthalten zum Beispiel sehr oft Aluminiumverbindungen, die in direktem Zusammenhang mit Alzheimer und Brustkrebs stehen soll. “Schluss damit”, beschließe ich und nehme mir vor, mein Deo einfach selbst herzustellen, genauer gesagt eine Deocreme.

Mittlerweile findet man im Internet einige Rezeptideen und wirklich schwer scheint die Herstellung nicht zu sein. Nachdem ich mich durch ein paar Rezepte gestöbert habe, bin ich auch fündig geworden und habe mich für folgende Zutaten entschieden.

Mit nur 5 Zutaten zur selbst gemachten Deocreme

Bild: Laura Wunderlich

1. Natron

Natron ist eine Kurzform für Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3). Hinter dieser chemischen Bezeichnung verbirgt sich ein natürlich vorkommendes Salz. Allerdings wird es heute zum größten Teil chemisch hergestellt. Die meisten kennen es wahrscheinlich besser unter dem Namen Backsoda, Speisesoda oder Speisenatron. Es wird häufig beim Backen oder Kochen als Treibmittel verwendet, so ist Natron zum Beispiel auch in Backpulver enthalten. Aber auch in vielen Putzmitteln ist es zu finden. Durch seine antibakterielle Wirkung soll es Schweißgerüche neutralisieren, also perfekt für eine Deocreme. 

2. Kokosöl

Kokosöl dient in erster Linie als Konsistenzgeber der Deocreme. Außerdem wirkt es hautpflegend und bakterienhemmend. Da es bei wärmeren Temperaturen leicht schmilzt, ist es ratsam die fertige Deocreme in den Kühlschrank zu geben.

3. Stärke

Die Stärke ist ebenfalls für die Konsistenz da und verbindet alle Zutaten gut miteinander. 

4. Sheabutter

Auch die Sheabutter dient als Konsistenzgeber. Sie besitzt außerdem zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, wie Vitamin E oder verschiedenen Ölsäuren, die feuchtigkeitsspendend und entzündungshemmend wirken.

5. Ätherisches Öl

Das ätherische Öl hat keinerlei Einfluss auf die Wirkung. Es wird ausschließlich für den Geruch der Deocreme verwendet. Ich habe mich für ein Rosenöl entschieden, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Decoreme: So wird sie gemacht

Die Herstellung der Decreme ist nicht kompliziert. Einfach die Sheabutter und das Kokosöl in einem Wasserbad schmelzen. Hier nur ein bisschen aufpassen, dass die Sheabutter nicht zu warm wird, sonst wird sie im Nachhinein nicht mehr fest und du willst ja keine flüssige Suppe als Deo.

Bild: Laura

 

Bild: Laura

Anschließend das Natron mit der Stärke vermischen und hinzugeben. Danach noch 1-2 Tropfen des ätherischen Öls dazugeben und fertig ist die Deocreme. Jetzt musst du sie nur noch in einen leeren Tiegel füllen und fest werden lassen.

Bild: Laura

Während die Creme abkühlt, solltest du immer wieder ein bisschen umrühren, damit sich das Natron beim Festwerden nicht absetzt. Ich habe einfach meinen Tiegel zugemacht und regelmäßig etwas geschüttelt, damit sich alles gut vermischt. Außerdem habe ich meine Deocreme in den Kühlschrank gegeben, damit sie etwas schneller fest wird. Nach ein paar Stunden war es dann endlich so weit und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach sehen lassen.

Bild: Laura

Mein Fazit zur Deocreme

Am Anfang war ich ja etwas skeptisch, ob das Ganze wirklich funktioniert. Außerdem hatte ich bedenken, dass meine Deocreme durch die Sheabutter und das Kokosöl viel zu fettig sein könnte und auf meinen Klamotten Flecken hinterlässt. Aber alle meine Zweifel haben sich als großer Irrtum herausgestellt, als ich am nächsten Morgen zum ersten Mal meine selbstgemachte Deocreme getestet habe. Aufgetragen wird sie wie alle anderen Cremes, nämlich mit den Fingerspitzen. Man braucht nur ganz wenig davon zu entnehmen und es sich unter die Achseln schmieren. Überraschenderweise zieht sie wahnsinnig schnell ein und hinterlässt keinen störenden Fettfilm auf der Haut. Während des Tages merke ich, dass sie mein Schwitzen zwar nicht unterdrückt, aber auf jeden Fall den Schweißgeruch bekämpft und das ist ja eigentlich auch das Wichtigste. Auch nach einem stressigen Tag im Büro und einer kleinen Joggingrunde am Abend riechen meine Achseln immer noch leicht nach Rosen. Für mich also ein voller Erfolg und ich werde in Zukunft wahrscheinlich versuchen, noch mehr meiner Kosmetikprodukte selbst herzustellen. Was die Haltbarkeit angeht: Die selbstgemachte Deocreme ist so lange haltbar, wie der Inhaltsstoff mit der geringsten Haltbarkeit oder alternativ wenn es komisch riecht. Vertraut da einfach auf euer Gefühl und eure Nase. Im Kühlschrank aufbewahrt, hält sie natürlich länger.