Für weltweite Euphorie sorgt gerade ein möglicher Durchbruch bei der Corona-Impfstoffsuche. Das Mittel des deutschen Unternehmens BioNTech und des Pharmakonzerns Pfizer soll zu 90 Prozent vor einer Corona-Infektion schützen.

Biontech und Pfizer planen, die Zulassung für ihren Impfstoff noch im November bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen.

Corona-Impfstoff-Kandidat soll bis zu 90 Prozent wirksam sein

Positive Ergebnisse bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes haben weltweit die Hoffnung auf eine erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie geschürt. Die beiden Pharmaunternehmen BioNTech und Pfizer haben bekannt gegeben, dass ihr Impfstoffkandidat eine hohe Wirksamkeit zeige. So sollen Menschen, die den Impfstoff in sich trugen, einen 90%igen Schutz vor einer Corona-Infektion aufweisen. Noch im November wollen die Impfstoff-Erzeuger in den USA einen Zulassungsantrag einreichen.

Das ist die erste Evidenz, dass Covid-19 durch einen Impfstoff beim Menschen verhindert werden kann“, sagte BioNTech-Chef Ugur Sahin zu Reuters. BioNTech und Pfizer sind damit die weltweit ersten Unternehmen, die erfolgreiche Daten aus der für eine Zulassung entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff vorgelegt haben. 

Die vorläufige Analyse der Studie von BioNTech und Pfizer basiert auf 94 von insgesamt 43.538 Studienteilnehmern, die sich infiziert haben. Um die Wirksamkeitsrate zu bestätigen, wollen die Forscher die Studie fortsetzen, bis es insgesamt 164 Covid-19-Fälle unter den Teilnehmern gibt.

Impfstoff mit neuer Technologie

Der Impfstoff basiert auf der sogenannten Boten-RNA, die den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln soll. Bislang gab es weltweit noch keine Impfung auf Basis dieser neuen Technologie. Ein Vorteil des Impfstoffes ist, dass er schneller in großem Maßstab hergestellt werden kann, als herkömmliche. Er benötigt aber auch eine deutlich höhere Kühlung, was die Logistik erschwert.

Kommt der Impfstoff im ersten Quartal 2021?

BioNTech und Pfizer planen, noch im November in den USA eine Notfallgenehmigung für den Impfstoff zu beantragen. Wenn genügend Daten zur Impfstoff-Sicherheit vorliegen, dann wollen die Unternehmen sofort den Antrag stellen. Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, müssten zwischen 55 und 65 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, so der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn. Dies solle freiwillig erfolgen und kostenlos sein. Da es aber immer Rückschläge bei der Entwicklung geben könne, rechne man damit, dass der Impfstoff erst im ersten Quartal 2021 zur Verfügung steht.

Zahlreiche Regierungen haben sich bereits vorab Millionen Dosen des BioNTech-Impfstoffs gesichert, darunter die USA, Japan und Großbritannien. BioNTech und Pfizer erwarten 2020 weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen herzustellen und 2021 bis zu 1,3 Milliarden.

(Quelle: Reuters/red)