Es war einer der erfolgreichsten Filme 2022: Avatar 2. Seit Dezember läuft der Film in den Kinos. Doch jetzt klagen einige Kinobesucher:innen über eine „Post-Avatar-Depression“, auch „Post-Avatar-Depression-Syndrome“ genannt.

Schon nach dem ersten Film im Jahr 2009 konnte dieses Phänomen beobachtet werden.

„Post-Avatar-Depression“: Deshalb fühlen sich manche Menschen nach dem Film schlecht

Eigentlich sollte der Film Menschen, die ihn sehen, unterhalten und glücklich machen. Das scheint aber nicht bei allen der Fall zu sein. Denn auf manche Menschen hat der Film den gegenteiligen Effekt. Er löst depressive Stimmungen aus und macht sie traurig – das berichten zumindest viele, die den zweiten Teil des Blockbusters bereits gesehen haben. „Seit ich Avatar gesehen habe, bin ich deprimiert. Als ich mir die wunderbare Welt von Pandora und all den Na’vi ansah, wollte ich einer von ihnen sein“, zitiert zum Beispiel der Guardian einen Kommentar aus einem Filmforum. Laut Medienberichten wird dieses Phänomen in Filmkreisen deshalb mittlerweile sogar das „Post-Avatar-Depression-Syndrome“ genannt.

Konkret seien die negativen Stimmungen etwa darauf zurückzuführen, dass der Film Menschen aufzeige, wie wenig wir in der realen Welt mit unserer Natur im Einklang leben und welche Gefahr wir Menschen für die Erde darstellen. Das wird auch in dem vom Guardian erwähnte Forum diskutiert. Der Titel dieses Forums: „Möglichkeiten zur Bewältigung der Depression des Traums, dass Pandora nicht greifbar ist“. Inzwischen zählt der Thread dazu schon mehr als 1000 Kommentare. Betroffene berichten darin etwa, dass Landschaften nach dem Film für sie fade und farblos wirken, sie sich Sorgen um die Zukunft der Erde machen, oder sie mit dem eigenen, modernen Leben unzufrieden sind.

„Post-Avatar-Depression-Syndrome“: Überwältigende Bilder beeinflussen Menschen

Bei dem Syndrom handelt es sich nicht um eine offizielle medizinische Diagnose, sondern vielmehr um ein beobachtbares Phänomen. Die Gefühle, die der Film auslöst, seien demnach für viele Zuschauer:innen sehr real. Gründe dafür könnten darin liegen, dass es auf Pandora keine Klimakrise, Geldsorgen oder Kriege unter den Na’vi gebe.

Zu sehen, wie eine bessere Welt aussehen könnte, löse bei vielen Zuschauer:innen Empfindungen wie Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle und wenig Motivation aus, wie der Guardian berichtet. Der Film habe „das Beste aus unserer Technologie gebraucht, um diese virtuelle Welt zu erschaffen, und das wirkliche Leben wird niemals so utopisch sein, wie es auf dem Bildschirm erscheint. Er lässt das wirkliche Leben unvollkommener erscheinen“, erklärt der Psychiater Stephan Quentzel gegenüber „CNN“.

Durch den dreistündigen Film, mit seinen überwältigenden Bildern und dem Vergleich mit der aktuellen Weltlage, könnte eine Welt wie in Pandora somit, laut Guardian, auf Betroffene unerreichbarer denn je wirken. Das wiederum könnte der Auslöser für die depressive Verstimmung sein.

Das hilft gegen die Verstimmung nach Avatar

Für diejenigen, die sich nach dem Kinobesuch tatsächlich bedrückt oder niedergeschlagen fühlen, hat eine kanadische Non-Profit-Organisation jetzt sogar einen Drei-Stufen-Plan entwickelt. Damit soll sich das „Syndrom“ leichter bewältigen lassen:

  1. In die Natur gehen
  2. Maßnahmen ergreifen, um für die Natur zu kämpfen
  3. Andere dazu animieren, dasselbe zu tun


Solltest du Hilfe brauchen oder mit jemandem über deine aktuelle Situation sprechen wollen, gibt es kostenlose psychologische Beratungs-Hotlines, an die du dich anonym wenden kannst.

Hier findet ihr weitere Hilfe in Krisensituationen:

Telefonseelsorge

Tel.: 142 (Notruf), täglich 0–24 Uhr

Telefon-, E-Mail- und Chat-Beratung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder Krisenzeiten.

Online unter www.telefonseelsorge.at.

Kinder- und Jugendliche

Die Website bittelebe richtet sich gezielt an Kinder und Jugendliche.

Online unter bittelebe.at.

Rat auf Draht

Tel.: 147 (Notruf), täglich 0-24 Uhr

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