Mit sieben Auszeichnungen gehört „Oppenheimer“ zu den klaren Gewinnern der diesjährigen Oscars. Aber wusstet ihr, dass wir diesen Blockbuster eigentlich einem ganz anderen Hype zu verdanken haben? Um genau zu sein, sollten wir uns nämlich alle bei „Twilight“ bedanken.

Warum, erklären wir euch bei einer kleinen Zeitreise durch die Filmgeschichte.

Wie „Twilight“ für den „Oppenheimer“-Hype sorgte

Bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, bester Nebendarsteller, bester Schnitt, beste Cinematography, bester Score: „Oppenheimer“ räumte bei den diesjährigen Oscars ab und gilt als einer der großen Gewinner des Abends. Die Stars und Crew des Films hatten also die Möglichkeit, auf der Bühne allen Menschen zu danken, die für diesen Erfolg verantwortlich sind. Da gab es natürlich Danksagungen an die Academy, die Familie des Casts, das Studio und die kreativen Köpfe des Films. Hauptdarsteller Cillian Murphy widmete seinen Preis den „Peacemakern“ dieser Welt und setzte damit auch ein kleines politisches Statement. Doch bei all den Danksagungen wurde einer vergessen. Denn eigentlich sollten alle auf der Bühne ein kollektives Danke an einen anderen Film aussprechen: „Twilight“. Richtig gelesen, der Teenie-Vampir-Film war daran beteiligt, dass „Oppenheimer“ ein so riesiger Erfolg wurde. Glaubt ihr nicht? Tja, dann macht mit uns eine kleine Zeitreise zurück in das Jahr 2008.

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Als „Twilight“ veröffentlicht wurde, wurde es sofort zu einem internationalen Hit – und die Darsteller des Films wurden quasi über Nacht zu absoluten Superstars. Allen voran Robert Pattinson, der als Vampir Edward nicht nur zahlreiche Teenieherzen schmelzen ließ, sondern in dieser ersten großen Rolle auch die Aufmerksamkeit von großen Hollywood-Bossen auf sich zog. „Twilight“ war für Pattinson ein Sprungbrett, das er für die große Hollywood-Karriere nutzte. Nach dem „Twilight“-Franchise spielte er in Filmen wie „The Lighthouse“, „The King“ und landete 2020 eine der Hauptrollen in dem Film „Tenet“. So und wer war in diesem Film der Regisseur? Richtig, Christopher Nolan! Jener Mann, der vier Jahre später auf der Oscar-Bühne den Preis als Bester Regisseur für „Oppenheimer“ in den Händen halten soll.

Danke an Robert Pattinson

„Oppenheimer“ ist der Film, den Nolan nach „Tenet“ machte. In „Tenet“ gab es sogar eine kleine Anspielung auf Robert Oppenheimer. Nolan beschrieb in einem Interview sogar, dass der Film eine Art Metapher für das Manhattan-Projekt sein sollte. Pattinsons Beteiligung an dem Film macht die „Oppenheimer“-„Twilight“-Brücke aber natürlich noch nicht aus. Doch der „Twilight“-Star inspirierte den Regisseur nach dem letzten Drehtag von „Tenet“ nachweislich zu seinem nächsten Projekt. Als Abschiedsgeschenk gab der Schauspieler dem Regisseur eine Sammlung von Oppenheimers Reden. Ein Buch, das Nolan nachhaltig inspirieren sollte. „Ich war wirklich gepackt, und ich war gefesselt von der Geschichte“, erinnert er sich in einem Interview mit Tara Hitchcock.

Es war also genau dieses Buch, das Nolan zu seinem nächsten Film inspirierte. „Wenn man die Worte von Menschen liest, die zu dieser Zeit sprechen, sieht man, wie sie mit den Implikationen und Konsequenzen dessen ringen, was passiert ist und was sie getan haben“, erklärt Nolan auch in einem Gespräch mit „The Hollywood Reporter“. „Ich fing an, mich dafür zu begeistern, statt einer Analogie im Sinne von Science-Fiction die tatsächliche Realität der Geschichte zu erzählen, wirklich zu versuchen, dabei zu sein, den Leuten die Erfahrung zu vermitteln, wie es gewesen wäre, in diesen Momenten Oppenheimer zu sein.“ Und so begann die Reise von Christopher Nolan zu seinem Oscar-Blockbuster „Oppenheimer“.

Hätte Pattinson ihm die Reden nicht geschenkt; wer weiß, ob der Regisseur die Idee gehabt hätte, diesen Film zu machen. Und hätte Pattinson nicht seinen Durchbruch mit „Twilight“ gefeiert – wer weiß, ob er dann jemals die Chance bekommen hätte, in einem Film von Christopher Nolan zu spielen. Da bleibt nur mehr eine Frage offen: warum war Robert Pattinson denn dann nicht in „Oppenheimer“ zu sehen. Zumindest eine kleine Rolle als Dankeschön hätte er doch bekommen können, oder? Laut Christopher Nolan sei der Schauspieler schlichtweg zu beschäftigt gewesen. Er bleibt also der unsung Hero des „Oppenheimer“-Film-Phänomens.

Für uns ist nach dieser kleinen History-Lesson aber eines klar: In Zukunft machen wir kein „Barbenheimer“-Double Feature mehr, sondern schauen lieber „Oppenlight“, um den Impact von „Twilight“ ordentlich zu würdigen.