Der sogenannte Equal Pay Day fällt heuer auf den 21. Oktober. Das bedeutet, dass Frauen ab diesen Tag 72 Tage “gratis arbeiten”. Denn zu diesem Zeitpunkt haben Männer bereits so viel verdient, wie Frauen im ganzen Jahr.

Im Durchschnitt verdienen Frauen in Vollzeitjobs in Österreich heuer rund 10.000 Euro weniger, als Männer. Das sind 19,7 Prozent. In Deutschland fällt der Tag auf den 4. November.

Am 21. Oktober ist Equal Pay Day in Österreich

Dass die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen eindeutig noch zu groß ist, zeigt der heutige Equal Pay Day, an dem Männer bereits das Jahreseinkommen erreicht haben, das Frauen erst Ende des Jahres erhalten. Seit 2010 wird der Equal Pay Day berechnet. Damals fiel der Tag noch auf den 29. September.

Berechnet wird der Equal Pay Day auf Basis der nationalen Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen, also dem sogenannten National Gender Pay Gap. Diese Differenz (in Prozent) wird dann von den 365 Tagen des Jahres abgezogen. Das Ergebnis ist die Anzahl der Tage, an denen Frauenarbeit nicht bezahlt wird.

Große Unterschiede in den Bundesländern

Nicht nur bei den Geschlechtern, sondern auch bei den Bundesländern in Österreich gibt es in Sachen Einkommensungleichheit große Unterschiede. Während Frauen in Wien rund 14,5 Prozent weniger verdienen als Männer, liegt der Unterschied in Vorarlberg bei 27 Prozent. Dort fand der Equal Pay Day demnach bereits am 23. September statt. In Wien wird es hingegen der 9. November sein.

“Diese aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass es noch viel zu tun gibt. Wir wollen die Lohnschere schließen. Unser Ziel ist: gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, so die Wiener Frauenstadträtin Kathrin Gaal.

Teilzeitarbeit und Haushalt sind schuld

“Ich finde es empörend, dass wir im Jahr 2019 im hoch entwickelten Österreich immer noch über gleiche Bezahlung von Frauen und Männern reden müssen“, sagt AK-Präsidentin Renate Anderl. Gründe für den Gehaltsunterschied sind laut Arbeiterkammer Teilzeitarbeit, sowie generell geringere Einkommen in sogenannten Frauenbranchen. Denn weitaus mehr Frauen arbeiten in Österreich im Niedriglohnsektor. Zudem übernehmen Frauen überwiegend unbezahlte Arbeit, wie die Kinderbetreuung oder Pflegearbeit von Familienmitgliedern. Problematisch ist außerdem, dass sich diese Einkommensschere in der Pension fortsetzt.