In der Sexualität gibt es viele verschiedene Klassifizierungen, denen man sich zugehörig fühlen kann. Da kann es als weniger verwirrend empfunden werden, wenn man auf andere Dinge steht als seine Mitmenschen und eine Bezeichnung dafür gefunden hat. Für Menschen, die bei der Partnerwahl Geschlechtszugehörigkeit als unbedeutend empfinden, kann genau das Klarheit schaffen. Denn die Pansexualität kümmert sich nicht, ob du männlich, weiblich, etwas dazwischen oder alles drumherum bist. Hierbei geht es nur um den Menschen an sich. 

Pansexualität ist die sexuelle, romantische, emotionale, spirituelle und physische Anziehung zu Menschen, vollkommen unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung. Das bedeutet, dass Personen, die pansexuell sind, sich zu allen Identitäten hingezogen fühlen können. Alles kann, aber nichts muss.

Der Mensch, nicht das Geschlecht, steht im Fokus

Diese sexuelle Orientierung, die auch als Omnisexualität bezeichnet wird, umfasst einen Menschen, der für alle Menschen etwas empfinden kann. Sowohl romantische Gefühle, als auch sexuelle Anziehung. Das bedeutet, dass es bei Pansexualität nicht von Bedeutung ist, welches Geschlecht jemand hat, welcher geschlechtlichen Identität sich jemand zuschreibt, welche Hautfarbe oder welche Sexualität die andere Person hat. Hier geht es ausschließlich um den Menschen an sich. In der Pansexualität wird sich nicht festgelegt. Hürden, die sich auf Ethik oder Kultur beziehen, werden überwunden.

Pansexualität bedeutet nicht, dass man bisexuell ist

Viele Menschen denken jedoch, das pan und bi irgendwie Hand in Hand gehen. Dabei ist dem nicht so, sondern es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche sexuelle Orientierungen. Während man sich in der Bisexualität zu beiden Geschlechter hingezogen fühlt – also zu Mann oder Frau – ist es in der Omnisexualität viel breiter gefächert. Ein pansexueller Mensch interessiert sich sowohl für Frauen und Männer, als auch für Personen, die sich nicht durch ein Geschlecht definieren. Eine sexuelle Orientierung, die sich im Vergleich zur Bisexualität, nicht nur auf zwei Geschlechter konzentriert.

Auch Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, haben sich bereits als pansexuell geoutet. Unter anderem Bella Throne, aber auch Miley Cyrus. Beide sind der Meinung, dass es mehr Aufklärung geben muss. “Ich habe das Wort ‘bisexuell’ immer gehasst, weil es mich in eine Schublade steckt. Es ist mir egal, ob jemand ein Junge oder ein Mädchen ist”, so Miley Cyrus. Auch Bella Throne meint, dass sie immer pan war, aber es nicht wusste, weil ihr der Begriff nicht geläufig war. Heute weiß sie: “Ich mag sexy. Mir gefallen sexy Frauen, sexy Typen. Ich mag sexy allgemein”. 

So fühlt es sich an, pansexuell zu sein

Mir wird, von einer pansexuellen Person, erzählt, dass sie immer wusste, dass sie auf vieles steht, sich aber nicht einordnen konnte. Sie war teilweise sehr verwirrt, wusste nicht, wie sie ihre Sexualität definieren soll. Heute meint sie, es wäre ok gewesen, wenn sie nie einen Begriff gefunden hätte, aber er hat ihr trotzdem viel Verwirrung genommen. Etwas, womit man sich identifizieren kann, ist viel wert.

Darauf gekommen ist sie, als sie in einer Diskussion mit Freunden darüber gesprochen hat, wer auf welche Dinge steht. Als dann einer in der Runde meinte, er könne sich nicht vorstellen mit einer transsexuellen Person zu schlafen, merkte sie, dass sie das absolut nicht nachvollziehen konnte. Ihr war egal, ob die Person intersexuell ist, trans oder bi. Sie hat bereits mit Männern und Frauen geschlafen. Nicht, weil sie sich darauf festgelegt hatte und einfach auf beide Geschlechter steht, sondern, weil sie vor allem den Menschen, der hinter dem biologischen Geschlecht steht, interessant und anziehend fand.

Sie weiß, dass ihr das Geschlecht vollkommen egal ist. So hat sie zum Beispiel auch schon die Erfahrung gemacht, dass sie auf homosexuelle Männer steht. Unabhängig von deren sexuellen Orientierung oder deren Geschlecht – einfach nur, weil der Mensch an sich für sie attraktiv gewesen ist. Es ist die Anziehung einer anderen Persönlichkeit, eines anderen Menschen – ganz egal, wer er von außen zu sein scheint, noch, welcher Sexualität er zugehörig ist – die Pansexualität ausmacht.