Bei der Verleihung der „World Press Photo“ werden jedes Jahr die aussagekräftigsten und bewegendsten Bilder des Jahres ausgezeichnet. Der klare Gewinner 2021: Umarmungen in Corona-Zeiten.

Das sind die bewegendsten Bilder 2021:

Das ist das beste Pressefoto des Jahres

Auch in diesem Jahr wurden wieder die besten Pressefotos des Jahres gekürt. Bei den „World Press Photo“ 2021 drehte sich alles um die Corona-Pandemie und die „Black Lives Matter“-Bewegung. Der Gewinner des „besten Pressefotos des Jahres“ ist ein Foto des dänischen Fotografen Mads Nissen, das in Brasilien entstanden ist.

Eine Krankenschwester nimmt eine ältere Frau in den Arm. Beide haben die Augen geschlossen. Eine Plastikplane umhüllt die Arme der Krankenschwester. In Brasilien mussten alle Pflegeeinrichtungen im August 2020 wegen der Pandemie schließen. Keine Besuche. Körperkontakt auf Sparflamme. Die Aufnahme zeigt die erste Umarmung der Krankenschwester seit fünf Monaten. „Dieses äußerst kraftvolle Bild zeigt uns, wie man Einsamkeit heilen kann“, so die Begründung der Jury für die Entscheidung. Das ikonische Foto spiegle eine Vielfalt an Emotionen wider, wie „Verwundbarkeit, Liebe, Verlust, Trennung, Untergang, aber eben auch Überleben„, heißt es weiter. Es stehe stellvertretend für Hoffnung in Zeiten der Pandemie.

„World Press Photo“ 2021: Das sind die Gewinner

Neben dem „besten Pressefoto des Jahres“ wurden auch noch andere Bilder ausgezeichnet. Neben Bildreportagen und bewegenden Einzelbildern wurde in diesem Jahr auch die Themen „Umwelt“ und „News“ in den Vordergrund gestellt. Das sind die Gewinner der einzelnen Kategorien!

Beste Bildreportage:

Als „beste Bildreportage“ wurde die Reihe Habibi von Antonio Faccilongo gekürt. Sie handelt von einem alten Konflikt: Knapp 4.200 Palästinenser sind in israelischen Gefängnissen inhaftiert. Die Verwandten müssen unglaublich Hürden überwinden, um ihre Liebsten zu besuchen. Und auch das nur unter strengen Auflagen.

Contemporary Issues – Einzelbild:

Der Gewinner dieser Kategorie trägt den Titel „Yemen: Hunger, Another War Wound“. Zu sehen ist Fatima, Mutter von neun Kindern, die mit ihrem Sohn in einem Boot sitzt und ein Fangnetz strafft. Ihr Dorf wurde bei einem Konflikt zerstört. Jetzt verkaufte sie Fisch, „um sich das Boot leisten zu können, das nun das Rückgrat ihrer Arbeit bildet“.

Contemporary Issues – Serie:

Die Reportage „Islamic State’s Yazidi Survivors“ ist der Gewinner in der Kategorie „Contemporary Issues – Serie“. Das Thema: Seit August 2014 werden Jesiden von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als sogenannte „Ungläubige“ verfolgt und ermordet. Das Ziel des IS ist die Auslöschung der ethnisch-religiösen Minderheit, die etwa eine Million Angehörige zählt.

General News:

„Cross-Border Love“ heißt die Serie des Fotografen Roland Schmid, für die er den ersten Platz in der Kategorie „General News – Serie“ bekam. Aufgrund der Corona-Krise hat die Schweiz erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ihre Grenzen geschlossen. Improvisierte Barrieren sind in diesen drei Monaten zu regelrechten Treffpunkten geworden.

Umwelt:

Auch das Thema „Umwelt“ stand bei der diesjährigen Verleihung des „World Press Photo“ im Vordergrund. Gewinner dieser Kategorie ist Fotograf Ralph Pace. Das Thema: „Die Corona-Krise ist unter Wasser angekommen“. Ein neugieriger Seelöwe untersucht eine weggeworfene FFP2-Maske unter Wasser.

Spot News:

Platz Eins in der Kategorie „Spot News“ geht an Evelyn Hockstein und ihr aussagekräftiges Bild zum Thema „Black Lives Matter“. Ein Mann und eine Frau sind sich nicht einig über die Entfernung des Emancipation Memorial im Lincoln Park in Washington DC. Dieses Bild wurde auch für die Kategorie „Bestes Pressefoto des Jahres“ nominiert.