Die neue Frisur von Justin Bieber bekommt gerade einiges an Kritik. Der Grund: Seine blondierten Dreadlocks sorgen aufgrund von kultureller Aneignung (Cultural Appropriation) für Gegenwind. Fans werfen dem Sänger vor, sich unreflektiert gegenüber der afrikanischen Kultur zu verhalten.

Auf Instagram hagelte es daher einige scharfe Kommentare. Wir versuchen zu erklären, wieso dies gerechtfertigt ist.

Kritik an Dreadlocks

Justin Bieber ändert seine Looks nach Lust und Laune. Mal hat er blonde Haare, mal braune. Mal hat er lange Haare, mal kurz rasierte. Und seine Fans feiern ihn für seine Wandelbarkeit. Doch vor fünf Jahren eckte er erstmals mit seinem Style an. Denn der Sänger präsentierte sich mit Dreadlocks. Für viele ein Zeichen von kultureller Aneignung – also Cultural Appropriation. Dabei geht es darum, dass sich Menschen (häufig ohne weiter darüber nachzudenken) einen Bestandteil aus einer anderen Kultur aneignen, was wiederum zu ethnischen Konflikten führt.

Gelernt scheint der 27-Jährige aber nicht daraus zu haben; denn nach dem Vorkommnis aus dem Jahr 2016, legte er vor ein paar Tagen noch einen nach und zeigte sich erneut mit blonden Dreads. Kein Wunder, dass die Reaktion seiner Follower dabei alles andere als gut ausfiel. Viele werfen dem Sänger – der sich offen gegen Rassismus einsetzt – vor, er würde unreflektiert mit einem Teil der afroamerikanischen Kultur umgehen.

Deshalb ist es wichtig, darüber zu sprechen

Dreadlocks stammen ursprünglich aus dem afrikanischen und indischen Raum. Durch Sklaverei sind sie dann in die USA gelangt. In den 50er und 60er Jahren wurde der Haarstil weltweit populär, nachdem Bürgerrechts- und Black-Power-Bewegungen stattgefunden haben und Dreadlocks unter andrem zu einem Symbol des Widerstands gegen weiße Schönheitsnormen geworden sind.

Im Zuge der Black-Lives-Matter-Debatte haben wir bei Aktivistin Noomi Anyanwu nachgefragt, was “kulturelle Aneignung” für sie bedeutet und wieso es oft problematisch ist, wenn weiße Personen Dreads oder Braids tragen. “Braids, Dreadlocks usw. sind sehr wichtige und teilweise auch emotionale und historisch bedeutsame Themen in einer Kultur“, so Noomi. “Ein Dirndl hat beispielsweise nicht dieselbe Geschichte, wie Braids. Das ist eine sehr emotionale und auch schmerzhafte Geschichte für viele Menschen. Dessen sollte man sich einfach bewusst sein und auch akzeptieren, wenn schwarze Menschen sagen, dass sie das nicht wollen, wenn weiße Menschen diese Frisuren tragen. Denn damit werden die Geschichte und der Schmerz relativiert.”

Noomis ganze Antwort gibt’s in diesem Video: