Das Thema Verhütung ist zur Zeit in aller Munde. Ich selber habe mich vor etwas zwei Jahren zum allerersten Mal bewusst damit auseinander gesetzt. Davor hatte ich einfach immer die Pille genommen. Warum auch nicht? Ich hatte sie gut vertragen und musste mir keine Gedanken über ein andere Verhütungsmethode machen. Doch irgendwann merkte ich, dass meine leicht gedrückte Stimmung, meine Darmprobleme, meine Migräne von der Pille herrühren, beziehungsweise vermutete ich es und informierte mich zum ersten Mal ausführlich über andere Verhütungsmittel.

Recht schnell stieß ich während meiner Recherchen auf die Kupferkette und nach einem Besuch bei meiner Frauenärztin war ich mir sicher, dass ich sie mir einsetzen lassen möchte. Für euch habe ich meine Erfahrungen der letzten zwei Jahre zusammengefasst.

Was ist die Kupferkette eigentlich?

Die Kupferkette ist ein Verhütungsmittel, das ganz ohne Hormone auskommt. Sie besteht aus einem zarten Kupferfaden, an dem vier oder sechs kleine Kupferperlen befestigt sind und wirkt überwiegend durch die Absonderung von Kupfer. Dieses wird kontinuierlich in kleinen Mengen abgegeben und hemmt dadurch die Spermien in ihrer Beweglichkeit und verändert die Gebärmutterschleimheit. Dadurch wird natürlich einerseits die Befruchtung der Eizelle oder, falls es doch zu eine Befruchtung kommt, die Einnistung in der Gebärmutter verhindert. Sie ist fünf Jahre wirksam und eignet sich für Frauen jedes Alters.

Im Gegensatz zur Spirale ist sie beweglich und passt sich den Verhältnissen in der Gebärmutter an. Die Kupferkette wird vom Arzt mit Hilfe eines speziellen Applikators durch den Muttermund in die Gebärmutter eingeführt und mittels einer winzigen Nadel ca. einen Zentimeter tief in den Gebärmuttermuskel eingeschoben. Da die Kette in der Muskulatur verankert werden muss, muss diese eine gewisse Mindestdicke aufweisen. Ob diese vorhanden ist, wird von der Frauenärztin im Vorfeld bei einer Untersuchung festgestellt. 

    Warum ich mich für die Kupferkette entschieden habe

    Ich habe ein Verhütungsmittel gesucht, das vollständig ohne Hormone auskommt. Im Endeffekt blieben da nur die Kupfer- oder Goldspirale, die Kupferkette, der Kupferball oder eine natürliche Verhütung durch den Zyklus. Letzteres war mir viel zu unsicher und auch aufwendig. Immerhin müsste ich regelmäßig meine Temperatur messen und meinen Cervixschleim beurteilen. Der Kupferball war mir zu neuartig. Also blieben noch die Spirale oder die Kette. Mit dem Gefühl etwas starres in meiner Gebärmutter sitzen zu haben, fühlte ich mich irgendwie nicht richtig wohl. Die Kette hängt dagegen locker in der Gebärmutter und passt sich jeder Bewegung an. Wichtig war mir natürlich auch der Pearl Index und dieser liegt bei der Kupferkette zwischen 0,1 und 0,5. Von 1000 Frauen, die dieses Verhütungsmittel ein Jahr lang anwenden, werden also eine bis fünf schwanger. Bei der Pille liegt der PI dagegen bei 0,1 – 0,9.

    So verlief das Einsetzen

    Das Einsetzen der Kupferkette soll bei jedem unterschiedlich schmerzhaft sein. Ich hatte davor von Frauen gehört, die fast nichts gespürt hatten, während andere von Höllenqualen berichten. Dementsprechend groß war natürlich auch meine Angst davor. Der Termin war gleich morgens um acht Uhr und man hat mir dazu geraten davor etwas zu essen. Allerdings habe ich davor keinen Bissen runter bekommen, was vielleicht nicht so gut war. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich, was das Einsetzen betrifft, vielleicht nicht die beste Referenz bin, denn ich litt wirklich Höllenqualen. Eine halbe Stunde vor dem Eingriff habe ich eine Schmerztablette genommen, um den gröbsten Schmerzen zu entgehen, geholfen hat diese aber leider nicht. Unglaublich nervös setzte ich mich auf den Stuhl und meine Frauenärztin begann mir erst einmal zu erzählen, was sie jetzt genau machen wird. Zuerst hat sie den Muttermund etwas geweitet und mittels einer Klemme stabilisiert. Danach folgte der erste kleine Stich und dieser war auch das letzte, den ich mitbekommen hatte. Mir hat es wirklich unglaublich weh getan und mein Kreislauf hat sich für kurze Zeit einfach verabschiedet (was vielleicht auch daran lag, dass ich nichts gegessen hatte). Als ich wieder aufwachte, war der ganze Spuk schon vorbei und ich wurde langsam in das Nebenzimmer begleitet, da ich noch nicht wirklich gut auf den Beinen war. Danach lag ich ca. eine Stunde auf einer Liege und versuchte mich zu erholen. Leider musste ich mich aber gleich zwei Mal übergeben und auch mein Kreislauf regenerierte sich nur langsam. Zum Glück war mein Freund zu diesem Termin mitgekommen. Den Tag über lag ich auch flach, übergab mich noch einmal und hatte leichte Unterleibsschmerzen und Blutungen. Aber auch das ist völlig normal nach dem Einsetzen. 

    Die ersten Wochen nach dem Einsetzen

    Die erste Woche nach dem Einsetzen sollte ich auf Sport, Sex oder auch Baden verzichten. Daran habe ich mich auch brav gehalten und hatte eigentlich auch keine größeren Probleme mehr. Die Schmerzen waren wie vom Erdboden verschwunden, nur noch gelegentliche Blutungen kamen hin und wieder vor. Aber auch diese waren nicht schlimm. Am Anfang habe ich noch fast jeden Tag den Rückholfaden ertastet, der ein klein bisschen aus dem Muttermund herausschaut, um sicherzugehen, dass die Kette noch da ist. Einen Monat nach dem Einsetzen hatte ich dann meinen ersten Kontrolltermin. Es wurde überprüft, ob die Kupferkette richtig sitzt, da die Chance sie zu verlieren, im ersten Monat am höchsten ist. Der Gedanke daran, alles noch einmal durchstehen zu müssen, war etwas angsteinflößend. Zum Glück hat der Ultraschall ergeben, dass alles da war, wo es sein sollte und es keinerlei Probleme gibt.

    Ein kleines Problem hat sich aber dennoch sehr schnell ergeben. Der Rückholfaden hat immer wieder meinen Freund während des Sex’ gestochen. Anfangs war das natürlich ein extremer Schock für mich. Ich hatte einfach ziemlich Angst, dass das jetzt die nächsten fünf Jahren so sein wird. Nachdem ich aber meiner Frauenärztin von dem Problem berichtet hatte, war sofort eine Lösung in Sicht. Sie legte den Faden einfach in den Gebärmutterhals und weg war er. Klar, jetzt konnte ich nicht mehr fühlen, ob die Kupferkette noch da ist, aber ich habe sie mir ja schließlich einsetzen lassen, weil ich ihr vertraue. Also vertraue ich auch darauf, dass sie immer an ihrem Platz sitzt. Außerdem hätte ich den Faden so oder so nicht immer spüren können, da er je nach Zyklusphase manchmal ganz im Gebärmutterhals verschwindet.

    Kupferkette: Mein Fazit

    Abschließend kann ich sagen, dass ich persönlich mit der Kupferkette bis jetzt rundum zufrieden bin. Die Schmerzen während des Einsetzens haben sich definitiv gelohnt, denn schon nach der ersten Woche ohne Pille merkte ich, wie sich meine Stimmung und meine Darmprobleme besserten. Außerdem habe ich, seitdem ich die Pille abgesetzt habe, keine Migräneanfälle mehr bekommen. Auch mein Zyklus hat sich sehr schnell wieder eingependelt und meine Periode ist nicht stärker geworden.

    Nach inzwischen zwei Jahren spüre ich die Kupferkette kaum noch, nur einmal ist der Rückholfaden bis jetzt wieder zum Vorschein gekommen, aber das war mit einem kurzen Besuch bei meiner Frauenärztin schnell wieder erledigt. Ich bin froh, nicht mehr jeden Tag an ein kleines Pillchen denken zu müssen und mir allgemein keine Gedanken mehr über meine Verhütung machen zu müssen. Drei Jahre habe ich noch vor mir, bis ich die Kupferkette wieder entfernen lassen muss. Davor habe ich zwar ein bisschen Angst, aber schlimmer als das Einsetzen kann es ja kaum werden.