Lust und Leidenschaft wie in Bridgerton? Ganz und gar nicht! Um den sexuellen Akt zu verhindern, sollte die devote Frau „alle Lichter ausschalten“ und sich „tot stellen“, wie ein ehelicher Sex-Ratgeber aus dem 19. Jahrhundert vorschlägt. Diese heute wahnwitzige Abhandlung für junge Eheleute zeigt, wie sehr sich unser Liebesleben in etwa mehr als einem Jahrhundert zum positiven verändert hat.

Sex musste im Verlauf der Ehe unbedingt verhindert werden. Und das mit sämtlichen Tricks – WTF?!? Was da alles sonst noch so drinsteht, lest ihr hier:

10 gut gemeinte Sex-Ratschläge aus dem 19. Jahrhundert

Es war 1894, da fühlte sich die geliebte Ehefrau von Reverend L.D. Smythers von der amerikanischen Arcadian Methodisten-Kirche dazu veranlasst, devoten Ehefrauen eine Orientierung für die komplexe Welt des Sex zu verschaffen. In „Sex-Tipps für Eheleute“ („Instruction and Advice for the Young Bride„) gibt Ruth Smythers ihre ganz speziellen Liebestipps. Denn Spaß an der Lust wäre für die gute Ruth wahrlich skandalös gewesen. Skandalös finden wir heute viel eher ihre Tipps, die den unterwürfigen Frauen jeden Spaß an der Sache verderben. Ihre Ratschläge sind in der heutigen Zeit zum Glück so wahnwitzig, dass wir schon wieder darüber lachen können.

1. Geben Sie widerwillig

Hört, hört, auch im 19. Jahrhundert scheinen Männer dem Sex nicht abgeneigt gewesen zu sein. Die Frau musste diese „Perversion“ natürlich so gut es geht verhindern. „Geben Sie wenig, geben Sie selten und vor allem, geben Sie widerwillig“, ist laut Smythers die richtige Attitüde zu Sex. Andernfalls würden die Männer „fast jeden Tag Sex verlangen“, wenn dies nicht von der pflichtbewussten Ehefrau verhindert würde. WE CAN’T!!!

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2. Leiden vortäuschen

Um den Sex einzudämmen, schreckt die Pastorengattin auch nicht vor einer kleinen Notlüge zurück. So würde der Frau das Vortäuschen von Leiden helfen. „Krankheit, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen gehören in dieser Angelegenheit zu den besten Freunden [einer Frau].“ REALLY?!?!?

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3. Oder einen Streit vom Zaun brechen

Im 19. Jahrhundert scheint Versöhnungssex wohl noch nicht bekannt gewesen sein: „Streitigkeiten, Nörgeln, Schelten und Gezänk erweisen sich auch, als sehr effektiv [um einen Mann vom Sex abzuhalten], wenn sie am späten Abend eingesetzt werden.“ OHNE WORTE.

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4. Gekonnte Abwehr

Sollte er versuchen „sie auf die Lippen zu küssen, sollte sie ihren Kopf leicht drehen, damit der Kuss stattdessen harmlos auf ihre Wange fällt. Wenn er versucht, ihre Hand zu küssen, sollte sie eine Faust machen.“ Klingt nach vollem Einsatz, aber es wird noch köstlicher.

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5. Zuflucht in der Dunkelheit

„Sex sollte, wenn er nicht verhindert werden kann, nur in völliger Dunkelheit praktiziert werden. Sie sollte ihn im Dunkeln tappen lassen. Es besteht immer die Hoffnung, dass er stolpert und sich eine leichte Verletzung zuzieht, die sie als Vorwand verwenden kann, um den sexuellen Zugang zu verweigern“. Was gäben wir darum, mit der lieben Ruth mal ein Tässchen Tee zu trinken und ihr die heutige Sicht der Dinge zu erklären!

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6. Letzte Maßnahme: Sich tot stellen

Sollte er trotz all dieser Maßnahmen immer noch Lust auf sie haben „sollte die Ehefrau sich tot stellen. Jede noch so kleine Regung von ihr könnte sonst vom Ehemann als Lust gedeutet werden.“ Ist doch selbstverständlich. NOT!

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7. Alles abseits der Missionarsstellung ist pervers

Die Vorzüge von „Doggy-Style“ und Löffelchen durften die Ehefrauen des 19. Jahrhunderts nicht erfahren: „Die meisten Männer sind von Natur aus pervers, und wenn man ihnen nur die kleinste Chance gibt, versuchen sie eine Vielzahl der widerwärtigsten Praktiken durchzusetzen“. Einschließlich des „normalen Aktes in einer Fehlstellung, dem Küssen des weiblichen Körpers und dem Angebot, ihren widerlichen Körper im Gegenzug zu küssen.“

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8. Keine Ruhe nach dem Sex

Um dem Gatten den sexuellen Akt zu vermiesen, musste die Gattin sicherstellen, dass ihr Mann danach keine Ruhe findet. Denn „viele Männer beziehen einen großen Teil ihrer sexuellen Befriedigung aus der friedlichen Erschöpfung unmittelbar nach dem Akt“, wie Smythers wohl festgestellt hat. Wow, einfach nur wow.

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9. Dicke Baumwoll-Nachthemden sind von Vorteil

Selbstverständlich sollte eine kluge Ehefrau ihrem Mann „niemals erlauben, dass er ihren unbekleideten Körper sieht“. Dicke Baumwoll-Nachthemden sollen dabei helfen. Diese „müssen während des sexuellen Aktes nicht ausgezogen werden“, daher würde „nur ein Minimum an Haut“ entblößt werden. Wenn die wüsste, dass wir heute selbst in Boxershorts und T-Shirt unseren Boy rumkriegen.

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10. Der Ruf der Natur

Sollte er ihr unsexy Nachthemd trotzdem hochheben und versuchen „sie irgendwo anders zu küssen, sollte sie das Kleid schnell wieder an seinen Platz ziehen, aus dem Bett springen und verkünden, dass die Natur sie auf die Toilette ruft.“ Das Sexleben der Frauen im 19. Jahrhundert klingt nicht gerade nach Liebe, Lust und Leidenschaft. Wie gut das, dass die Erfolgsserie Bridgerton es mit der Realität nicht immer so genau genommen hat. Die Realität wäre nämlich ziemlich tragisch und unsexy gewesen.

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Mehr zum Sex im 19. Jahrhundert und wie es im London der Regency-Ära von Bridgerton wirklich aussah, haben wir für euch in der aktuellen Printausgabe sexual historisch unter die Lupe genommen.

Time to Shine

Die neue Sommerausgabe der miss ist ab sofort im Handel erhältlich! Neben erfrischenden Themen rund um Sommer und positive Lichtblicke haben wir uns unter anderem auch mit Cultural Appropriation und Doomscrolling beschäftigt, das Konzept von Sex in unseren historischen Lieblingsserien hinterfragt und uns etwa auch gefragt, warum eigentlich immer mehr Menschen Schamanen aufsuchen? Viel Spaß beim Lesen!