Das Urinieren gehört zu den natürlichsten und intuitivsten Tätigkeiten des Alltags. Es kann jedoch nicht schaden dem Klogang ab und an etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Denn was wir am stillen Örtchen hinterlassen sagt einiges über unsere Gesundheit aus.

1. Schwangerschaft

Der Grund warum wir bei Verdacht auf eine Schwangerschaft auf einen Teststreifen pinkeln, liegt in der veränderten hormonellen Konzentration im Urin begraben. Nach der Befruchtung wird das Peptidhormon hCG, welches für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich ist, von einem Teil der Plazenta gebildet und ist ab diesem Zeitpunkt im Urin nachweisbar.

Manche Frauen bemerken im Anfangsstadium der Schwangerschaft auch einen kräftigen, beinahe penetranten Geruch des Harns.

Ist die Schwangerschaft bereits fortgeschritten, müssen Frauen mit verstärktem Harndrang rechnen. Das liegt zum einen daran, dass die Nieren intensiver arbeiten müssen, um die Ausscheidung von Endprodukten des Stoffwechsels und von Gift­stoffen aus dem Körper zu bewältigen. Andererseits drückt der wachsende Fetus aber einer gewissen Größe auch auf die Blase.

2. Infektion

Es brennt beim Wasserlassen? Dann ab zum Arzt! Schmerzen beim Urinieren können auf einen Harnwegsinfektion hindeuten und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Auch häufiges Urinieren – bei wenig Harnfluss – kann ein Indikator für Infektionskrankheiten der ableitenden Harnwege sein. Weitere Symptome eines Harnwegsinfekt sind eitrige oder blutige Beimengung im Urin und verminderter Harnfluss. Bei akuten Nierenbeckenentzündung stehen Flankenschmerz und Fieber im Vordergrund, Übelkeit und Brechreiz können ebenfalls vorkommen.

3. Erkrankung

Blut im Urin kann auf eine ganze Reihe von Krankheiten hindeuten. Nierensteine, eine Stoßverletzung (beispielsweise durch langes Laufen auf hartem Untergrund), eine Blasenentzündung, eine Nierenentzündung oder ein Tumor können sich dadurch bemerkbar machen.

Süßlicher Geruch kann wiederum ein Anzeichen von Diabetes sein, das der Körper Glucose nicht gänzlich verarbeiten kann und ausscheidet.

4. Ernährung

Karotten, rote Rüben, Kürbis, Süßkartoffeln, Blaubeeren – bestimmte Nahrungsmittel weisen eine sehr starke farbliche Pigmentierung auf, die sich auch in einer Veränderung des Urins erkennbar macht. Eine leicht pinke, gelbliche oder orange Verfärbung des Harns muss also nicht zwingen ein Alarmsignal sein. Der durch Spargel verursachte, sehr penetrante Geruch des Urins hat wiederum mit der im Gemüse enthaltenen Asparaginsäure zu tun, die an sich geruchsneutral ist, durch einen Abbauprozess im Körper jedoch in eine schwefelhaltige Verbindung umgewandelt wird, die zu dem markanten Geruch führt.

5. Dehydration

Der Harn ist auch ein aussagekräftiger Indikator wenn es darum geht den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu bestimmen. Dabei ist vor allem die Farbe des Urins ausschlaggebend. Es gilt: Je heller und klarer der Urin, desto besser ist der Organismus mit Flüssigkeit versorgt. Dunkelgelber, bräunlicher, trüber Urin (typisch für Morgenurin) kann hingegen auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten. Ob man genug trinkt kann man zudem daran erkennen, wie oft man die Toilette aufsuchen muss. Etwa einmal pro Stunde ist hierfür eine gute Messlatte. Auch ein besonders strenger, intensiver Geruch des Harn kann auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten.